Wirtschaft : Der Haupstadt-Tourismus ist kein Selbstläufer (Interview)

Herr Nerger[zum Auftakt der ITB steht Berlin ziem]

Mit Hanns Peter Nerger, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), sprach Martina Ohm

Herr Nerger, zum Auftakt der ITB steht Berlin ziemlich gut da. Ist der Hauptstadt-Tourismus ein Selbstläufer?

Nein. Der Umzug von Regierung und Parlament hat das Interesse an Berlin verstärkt. Unsere Zahlen können sich sehen lassen. Aber der Berlin-Tourismus ist kein Automatismus. Wir müssen selbstkritisch bleiben.

Wie stark profitiert Berlin vom billigen Euro?

Deutschland und Berlin waren noch nie so preiswert wie heute. Damit werben wir. Aber man muss es wohl öfters sagen.

Kommt die BTM mit ihrem 16 Millionen Mark-Budget hin?

Etwa 60 Prozent davon verdienen wir selber. Den Rest bestreiten unsere Anteilseigner. Das Land zahlt fünf Millionen Mark. Trotzdem könnte mehr drinliegen. Wir kümmern uns schließlich um den Hauptstadt-Tourismus. Bonn hat als Bundeshauptstadt einen Bundeszuschuss erhalten.

Sie fordern auch eine Art Tourismussteuer...

Ich fordere gleiches Recht für alle und bin für eine Harmonisierung innerhalb der EU. Was in Wien und Paris möglich ist, sollte auch in Berlin denkbar sein.

Sind Sie mit der gegenwärtigen Anteilsstruktur zufrieden?

Vollkommen. Wir vermissen niemanden. Mit unseren fünf Gesellschaftern, dem Senat, der Investitionsbank, mit den Hotels, Karstadt und der Messe sind wir zufrieden. Im übrigen kooperieren wir mit Lufthansa und Bahn eng zusammen.

Wie steht es mit der Zusammenarbeit in der Region?

Wir pflegen sozusagen das Huckepackverfahren. Potsdam gehört zu Berlin wie Versaille zu Paris. Eine intensivere Kooperation bringt uns nichts.

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