Wirtschaft : Der IT-Branche geht es schlecht

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Deutschland ist Mittelmaß. Zumindest in der Nutzung von Internet und PC. Und auch im Mobilfunk - trotz zweistelliger Steigerungsraten. Die skandinavischen und die Benelux-Länder wachsen schneller. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) gestern in Berlin vorstellte.

Im Fokus: Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationsgesellschaft. Bitkom-Präsident Volker Jung, zugleich Vorstands-Mitglied der Siemens AG, blickte besonders auf den wichtigsten Wettbewerber: die USA. Amerika fiel bei den Mobilfunk-Nutzern und der Zahl der ISDN- und der Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugänge per DSL hinter Deutschland zurück, wo sich 2001 die Zahl der DSL-Zugänge verzehnfachte. Bei der PC-Verbreitung sind die Vereinigten Staaten immer noch das Maß aller Dinge: Während sich dort 100 Einwohner 82 Computer teilen, kommt die gleiche Anzahl Menschen in Deutschland mit 33 Rechnern aus. Immerhin: Die Hochtechnologie-Nation Japan weist bei den Internet- und PC-Nutzern ähnliche Werte wie Deutschland auf. 37 von 100 Deutschen gehen regelmäßig ins virtuelle Netz, dessen Zukunft Jung bei den kostenpflichtigen und personalisierten Inhalten sieht. Jung sagte weiter, dass die Zahl der deutschen Mobilfunk-Anschlüsse in2001 erstmals größer sei, als die Zahl der Festnetz-Anschlüsse: Mit 69 Handys per 100 Einwohnern steht Deutschland in Europa an sechszehnter Stelle. Seine letztjährige Prognose, dass bis zum Jahr 2003 diese Vergleichszahl der Mobil-Telefone auf 80 stiege, nahm Jung zurück. Wachstumspotential sieht Jung in Deutschland bei den Kabel-Modems, die trotz großflächiger Verbreitung von Kabel-Zugängen nur bei zwei von 1000 Haushalten genutzt werden.

Zur Entwicklung auf dem Markt des multimediafähigen Mobilfunks, des UMTS, gab Jung eine Prognose: "Der Markt ist zu klein für sechs Betreiber. Eher drei bis vier Anbieter bleiben am Ende übrig." Von der Politik forderte Jung eine Deregulierung des Wettbewerbes. Die allgmeine Situation fasste der Bitkom-Präsident kurz zusammen: "Der Branche geht es schlecht."

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