Wirtschaft : Der junge Wall will in die Welt

Stadtmöbel sollen intelligenter werden

Alexander Visser

Berlin - Als künftiger Vorstandschef der Wall AG will Daniel Wall stärker auf interaktive Produkte setzen und mehr Aufträge in internationalen Metropolen ergattern. Wie berichtet übernimmt der 40-Jährige im Januar den Posten seines Vaters. Hans Wall, 64, will sich dann zum neuen Aufsichtsratschef wählen lassen. Am Donnerstag erläuterten die beiden ihre Pläne für den Generationswechsel im Firmensitz in der Berliner Friedrichstraße.

Die 1976 von Hans Wall gegründete Firma stellt in Großstädten Buswartehäuschen, Plakatsäulen, City-Toiletten und andere Stadtmöbel auf. Für die Metropolen sind sie kostenlos, Wall verdient mit den Plakatflächen. „Wir werden in Zukunft noch stärker auf interaktive Stadtmöbel setzen“, kündigte Daniel Wall an. Damit sind etwa öffentliche Computerterminals gemeint, über die Bewohner und Touristen Stadtinformationen abrufen können, etwa Busverbindungen oder Restaurant-Tipps.

Solche „bluespot“-Terminals gibt es zurzeit in Freiburg, Dortmund und Berlin. Hier stehen die Geräte rund um den Kurfürstendamm und Unter den Linden. Werbekunden können hier interaktive Reklameflächen buchen. „Wir generieren damit schon erste Umsätze und ich sehe diesen Bereich als besonders wichtigen Wachstumsmarkt“, sagte Daniel Wall. Er will dabei auf neuartige Kombinationen aus Plakatwerbung und Bildschirmformaten setzen. Zu den wichtigsten ausländischen Wachstumsmärkten gehören die USA und Osteuropa. Die Firma rechnet sich etwa Chancen auf einen Großauftrag der Stadt Bukarest aus.

Sowohl in den USA als auch in den neuen EU-Staaten hat sich der Juniorchef aus Sicht des Seniors bereits bewährt. „Mein Sohn hatte maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Einstieg in Boston und Budapest“, lobte der Vater. Der Sohn ist seit 1984 in der Firma, seit 1999 als Vorstand für Marketing und Vertrieb.

Ändern dürfte sich der Führungsstil: Während der Senior immer für eine temperamentvolle öffentliche Äußerung gut ist, legt der Junior weniger Wert auf den großen Auftritt. Für das laufende Jahr kündigte er ein erneut starkes Umsatzwachstum an: Nach 125 Millionen Euro im Vorjahr rechnet er für 2006 mit 140 Millionen Euro. Im Jahr 2008 will Daniel Wall mit dem französischen Anteilseigner Decaux über einen Rückkauf des Aktienpakets von 35 Prozent verhandeln.

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