Der Kinderspiegel : Warum sind viele Menschen in Afrika so arm?

Obwohl jedes Jahr Milliarden für die Entwicklungshilfe ausgegeben werden, können sich viel afrikanische Kinder keine Schulbücher leisten und müssen hungern. Der Kinderspiegel erklärt warum.

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Viele Kinder in Afrika können sich keine Schulbücher leisten und werden häufig nicht satt.
Viele Kinder in Afrika können sich keine Schulbücher leisten und werden häufig nicht satt.AFP

Gold, Öl, Diamanten und Erz: Afrika ist ein Kontinent, auf dem es viele Rohstoffe gibt, die auf der ganzen Welt teuer bezahlt werden. Trotzdem hungern dort Millionen Menschen. Zahllose Kinder können sich keine Schulbücher leisten. Und das, obwohl reiche Länder wie Deutschland jedes Jahr viele Milliarden Euro für die Entwicklungshilfe ausgeben.

Wie kann das sein? Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn das Problem ist zu kompliziert, um mit nur einer einzigen Antwort erklärt zu werden.

Eine der wichtigsten Gründe ist, dass es in vielen afrikanischen Ländern Politiker gibt, die mehr an sich denken als an ihrer Bevölkerung. Statt mit dem Geld von der Entwicklungshilfe Krankenhäuser und Schulen zu bauen und die Menschen gut auszubilden, bauen sie sich lieber selbst teure Häuser oder führen Kriege.

Manche sagen, dass die reichen Länder ein Mitschuld tragen

Manche Wissenschaftler finden aber auch, dass die reichen Länder eine Mitschuld an der Armut tragen. Sie gucken auf die Geschichte und sagen, dass Europa Afrika viel Jahrzehnte lang ausgeplündert und die Menschen dort zu Sklaven gemacht hat. Deshalb hinke Afrika, was die Wirtschaft angeht, hinterher. Manche sagen sogar, dass die reichen Länder gar nicht wirklich wollen, dass es Afrika gut aufholt. Denn viele Firmen, die in Afrika wertvolle Rohstoffe abbauen, sind keine afrikanischen, sondern stammen aus reichen Ländern.

Weil die Politiker dieser Länder vor allem daran denken, dass ihren eigenen Landsleute gut geht, machen sie eine Politik, die ihnen nutzt, aber Afrika schadet. Das kann dann dazu führen, dass Dinge, die dort hergestellt wurden, bei uns teurer sind als unsere eigenen Produkte, unsere Produkte  in Afrika dagegen billiger als afrikanische. Die Hersteller aus Afrika können dann nur schwer etwas verkaufen, sogar im eigenen Land.

Manche Afrikaner würden die Entwicklungshilfe lieber abschaffen

Manchen Afrikanern wäre deshalb am liebsten, die reichen Länder würden sich gar nicht mehr einmischen. Auch die Entwicklungshilfe sollte abgeschafft werden. Denn wenn kein Geld mehr fließt, glauben sie, wären die schlechten Politiker gezwungen, etwas in ihren Ländern zum Guten zu ändern. 

Der Text erschien auf dem Kinderspiegel, der jeden Samstag in der gedruckten Ausgabe des Tagesspiegels zu finden ist.

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