Wirtschaft : Der Konzern bekennt sich zum Standort und befindet sich auf dem Weg zum Produktionsbetrieb

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Auch nach dem Ausstieg von BMW bleibt der Standort Dahlewitz als Entwicklungs- und Produktionsstätte für Flugzeugtriebwerke langfristig gesichert und wird weiter ausgebaut. Das sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des britischen Mutterkonzerns Rolls-Royce, John Rose, am Donnerstag in einem Gespräch mit Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe. Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß, der die enge Verzahnung von Forschung und Fertigung würdigte, übergab die erste Rate von insgesamt 13 Millionen Mark, mit dem Bund und Land die zweite Programmphase zur Entwicklung neuartiger, schadstoffarmer Strahltriebwerke fördern.

Wie berichtet, zieht sich die BMW AG aus dem vor neun Jahren gegründeten Joint Venture zurück und erhöht dafür seine Beteiligung am Rolls-Royce-Gesamtkonzern auf über zehn Prozent. Alleiniger Inhaber der Dahlewitzer Triebwerksfabrik mit ihrer Dependance im hessischen Oberursel ist künftig das britische Unternehmen. Aus der BMW Rolls-Royce GmbH wird zum 1. Januar die Rolls-Royce Deutschland GmbH.

Ministerpräsident Stolpe sprach vom "Flaggschiff der Brandenburger Wirtschaft". Der auf Zukunft orientierte Industriestandort erhalte einen weiteren Schub an Entwicklungsmöglichkeiten. Rund 400 Millionen Mark wurden bereits in die Dahlewitzer Triebwerksschmiede investiert, rund 1000 Menschen sind hier beschäftigt. "Wir sind überzeugt davon, dass unsere Aktivitäten in Deutschland eine große Zukunft vor sich haben", sagte John Rose. Das Unternehmen befinde sich auf dem Weg vom Entwicklungs- zum Produktionsbetrieb und sei im Begriff, ein "neuer Global Player der Luftfahrt" zu werden. Die Zahl der ausgelieferten Triebwerke soll von 96 im vergangenen auf 210 im Jahr 2000 steigen.

Insgesamt liegen Aufträge für mehr als 1000 Triebwerke in einem Gesamtvolumen von mehr als vier Milliarden Mark vor. Neben der Montage und dem Kundendienst für die in Dahlewitz gefertigten Triebwerke soll die Rolls-Royce Deutschland GmbH künftig auch für die Systemintegration anderer Strahlturbinen verantwortlich zeichnen, kündigte Rose an. Darüber hinaus ist man um weitere Anwendungen der BR700-Familie bemüht.

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