Wirtschaft : Der Konzern will das Stahlgeschäft an die Börse bringen, Werften und Anlagen verkaufen

ews/kv

Nach dem Kraftakt der Fusion von Thyssen und Krupp, die im März rückwirkend zum 1. Oktober 1998 in Kraft trat, hat das Management neue Ziele für den Konzern definiert. Die fünf Unternehmensbereiche mit 23 Geschäftsfeldern sollen zu sieben Kerngeschäftsfeldern zusammengefasst werden: Steel, Automotive, Aufzüge, Production Systems, Maschinenbaukomponenten, Werkstoff- sowie Industrie-Dienstleistungen. Hinzu kommen die Immobilien-Aktivitäten. Der Konzern wird danach knapp 57 Milliarden Mark Jahresumsatz erzielen, im Geschäftsjahr 1998/99 (30.9.) waren es insgesamt 68 Milliarden.

Im Zentrum der Strategie steht die Tochter Thyssen Krupp Steel AG. Die Stahltochter soll nach Angaben der Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz und Gerhard Cromme noch im Jahr 2 000 an die Börse gebracht werden, wobei Thyssen Krupp zunächst die Mehrheit der Aktien behalten will. Mittelfristig sei der Abschluss einer strategischen Partnerschaft im Stahlbereich aber denkbar. "Wir haben nicht das Ziel, den Stahl los zu werden, sondern wollen, dass er eine angemessene eigene Entwicklung nehmen kann", so Schulz. Auf der Abgabeliste steht auch der Ingenieurbau von Thyssen Krupp Industries und damit der Transrapid, wobei sich das Unternehmen eine endgültige Entscheidung bis Weihnachten offenhält. Aufgegeben werden soll auch der Bereich Engineering mit den Anlagebauern Uhde und Polysius. Käufer werden außerdem für die Werften Blohm und Voss, sowie für die Thyssen Nordseewerke gesucht. Von der Umstrukturierung sind nach Konzernangaben insgesamt 21 000 Mitarbeiter betroffen. Thyssen Krupp rechnet insgesamt mit einem Erlös von rund 12 Milliarden Mark. Mit der Neuausrichtung will Thyssen Krupp vor allem den Dienstleistungsbereich ausbauen. Dazu gehöre auch ein schneller Einstieg in "e-commerce". Schulz und Cromme betonten, dass die Neuausrichtung des Konzerns zu einer nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage und zu einer langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes führen soll.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben