Wirtschaft : Der Kronprinz: Johannes Feldmayer

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Er ist seit seinem Berufseintritt bei Siemens und hat eine klassische Karriere durchlaufen. Insoweit unterscheidet sich Johannes Feldmayer nicht von anderen Topmanagern des Elektronikkonzerns. Bemerkenswert ist jedoch das Tempo, mit dem der 46Jährige die Karriereleiter hochkletterte. Und schon jetzt gilt er als heißester Kandidat für die Nachfolge von Konzernchef Heinrich von Pierer.

Erst seit eineinhalb Jahren ist Feldmayer Leiter der Konzernstrategie, im Mai wurde er in den erweiterten Vorstand gewählt. Mit Wirkung zum Oktober berief ihn der Aufsichtsrat nun als jüngstes Mitglied in die siebenköpfige Führungsriege von Siemens. In dem exklusiven Kreis steht dem Augsburger seine größte Bewährungsprobe bevor: Der Chefstratege ist künftig für das wichtige Europa-Geschäft und für die Sanierung der kränkelnden Gebäudetechniksparte zuständig.

Feldmayer, der in der Öffentlichkeit bisher kaum in Erscheinung getreten ist, hat im Unternehmen bereits Pluspunkte gesammelt: Mitarbeiter beschreiben ihn als loyal und teamorientiert. „Er ist hochintelligent und kann Prozesse sehr schnell begreifen“, sagte ein Siemens-Aufsichtsrat. Noch einen Vorteil hat Feldmayer im Rennen um die Pierer-Nachfolge: Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten ist er unter 50 Jahre alt – bei Siemens traditionell ein maßgebliches Kriterium bei der Auswahl des Konzernchefs. Durch seine vielen Wechsel innerhalb des Unternehmens und seine Arbeit als Chefstratege hat Feldmayer Siemens von fast allen Seiten kennen gelernt. „Wenn einer den absoluten Überblick über Siemens hat, dann ist es nicht der Vorstandsvorsitzende, sondern Feldmayer“, sagte der Aufsichtsrat. nad/Foto: dpa

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