Wirtschaft : Der Kursverfall der Herlitz-Aktien beschleunigt sich

BERLIN (jojo).Der dramatische Kursverfall der Herlitz-Aktien an der Berliner Börse hält an.In der vergangenen Woche gaben die Stämme um rund neun Prozent nach und lagen am Freitag zur Kasse sogar unter 90 DM.Ebenso schlimm erwischt hat es die Vorzüge, die zeitweise unter 80 DM gehandelt wurden.Offensichtlich haben viele Anleger jegliches Vertrauen in den Berliner Büroartikelhersteller verloren und verkaufen jetzt weit unter ihrem Kaufpreis.Beide Herlitz-Aktien bewegen sich nahe an ihrem Zwölf-Monats-Tief.Die Berliner Papiere setzen damit ihren seit Jahren andauernden Absturz fort: 1994 beispielsweise wurden die Stammaktien noch für weit über 400 DM gehandelt.

Erstaunlich stabil präsentierten sich dagegen die Papiere der Berliner Elektro Holding AG.Die Anleger ließen sich offensichtlich nicht von dem Streit auf der Hauptversammlung am Dienstag beeindrucken.Sie setzen ihr Vertrauen wohl in Konzernchef Heibel und den Umbau der Technologieholding.Mit unliebsamen Überraschungen wird freilich weiter zu rechnen sein: Der Streit zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und der Familie von Unternehmensgründer Bernau wird andauern.Sollte die Konzernspitze weiter viel Zeit zur Lösung interner Probleme aufwenden müssen, wird sich das auf Dauer auch auf die Kurse auswirken.Bereits jetzt liegt die Aktie mehr als zehn DM unter dem Höchststand vom Frühjahr.

Weit von seinen Spitzenständen entfernt präsentiert sich auch Börsenneuling Teles.In der vergangenen Woche gab der Kurs des Berliner Technologieunternehmens um satte zwölf Prozent nach - trotz ordentlicher Geschäftszahlen.Wie bei vielen Titeln im Neuen Markt haben die Kursausschläge bei Teles allerdings nicht unbedingt etwas mit realen Veränderungen im Unternehmen zu tun.Und Anleger, die Teles-Aktien zum Emissionskurs bekamen, liegen noch immer sicher im Plus.

Leicht im Abwärtstrend präsentierten sich dagegen Progeo-Aktien.Die Firma hält am kommenden Donnerstag ihre erste Hauptversammlung ab.Möglicherweise werden die Aktionäre dort auch Zahlen zum Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr erfahren.Von seinem Höchstwert von 43,50 DM ist Progeo momentan jedenfalls weit entfernt.

Nach schwierigen Wochen - der Pillen-Skandal in Brasilien belastete die Aktie - präsentiert sich Schering auf dem Weg nach oben.Nach Ansicht vieler Beobachter ist der Pharmakonzern nach wie vor unterbewertet - steigende Kurse sind weiter möglich.

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