Wirtschaft : Der kurze Weg zum Geld für den Ruhestand

WOLFGANG BÜSER

Damit Sie Ihren Rentenbescheid so schnell wie möglich - innerhalb weniger Wochen - bekommen, hier Tips zum Rentenantrag: Welche Unterlagen sind unverzichtbar? Wer hilft beim Antrag? Was kostet das? Grundsätzlich kann sich jeder unmittelbar an die Rentenanstalt wenden, also etwa an die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin oder an die Landesversicherungsanstalt.Man kann aber auch die Dienste einer Auskunfts- und Beratungsstelle der direkt zuständigen Rentenanstalt in Anspruch nehmen - die gibt es in vielen Großstädten, siehe Telefonbuch - oder die des örtlichen Versicherungsamtes - die gibt es in jeder Stadt und jedem Kreis.

Außerdem sind für jeden Rententräger Versichertenälteste tätig.Das sind speziell ausgebildete, ehrenamtlich arbeitende Frauen und Männer, die übrigens überhaupt nicht alt sein müssen.Der Vorteil: Versichertenälteste kommen zum Beratungsgespräch nach Hause - zum Nulltarif.Hingegen bieten zugelassene Rentenberater Rat und Hilfe in Rentenfragen nur gegen Honorar, da Rentenberatung das Geschäft ist, von dem sie leben.Adressen solcher Rentenprofis stehen unter "R" in den "Gelben Seiten".

Etwa drei Monate vor Rentenbeginn sollte alles zusammen sein.Sind Sie noch im Arbeitsverhältnis, so bitten Sie Ihren Arbeitgeber, Ihnen eine Entgelt-Vorausbescheinigung für die letzten Beschäftigungsmonate auszustellen.Die Rentenversicherung kann dann entsprechend früh mit dem Rechnen beginnen, und ein nahtloser Übergang ins Rentnerdasein ist möglich.Beziehen Sie Krankengeld, dann stellt die Krankenkasse eine solche Bescheinigung aus, oder das Arbeitsamt, wenn Sie arbeitslos sind.

Bringen Sie zur Antragstellung den letzten von Ihrer Rentenversicherung übersandten sogenannten Versicherungsverlauf mit.Haben Sie bisher Ihre Kinder noch nicht auf dem Rentenkonto eintragen lassen, dann sind auch deren Geburtsurkunden wichtig.

Weist Ihr Versicherungsverlauf Lücken auf, um die Sie sich bisher nicht gekümmert haben, dann ist höchste Zeit, sie zu füllen.Bei der Aufnahme des Rentenantrages wird die Beraterin/der Berater Ihnen sagen, wo Sie gegebenenfalls Unterlagen anfordern können, wenn zum Beispiel Lohnunterlagen aus früheren Arbeitsverhältnissen, Arbeitsbücher oder Zeugnisse fehlen.Die Archive der Krankenkassen oder der Arbeitsämter können dabei wertvoll sein, Lehrverträge, Zeugnisse über abgelegte Prüfungen ebenso.

Bringen Sie zum Beratungsgespräch alles mit, was aus Ihrer Sicht mit der Rente zu tun hat.Wichtig sind auch ihre Bankverbindung, Angaben darüber, ob und gegebenenfalls von welcher Stelle (und unter welchem Aktenzeichen) Sie derzeit andere Sozialleistungen beziehen, etwa eine Unfallrente, Kranken- oder Arbeitslosengeld.Die Rentenanstalt interessiert sich darüber hinaus für Ihre Krankenkassenzugehörigkeit und dafür, ob Sie pflicht- oder freiwillig versichert sind beziehungsweise waren.Das ist für die Höhe Ihrer Beiträge bedeutsam.Auch nach Betriebsrenten und Pensionen wird gefragt.

Beantragen Sie eine Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, so ist es nicht unbedingt erforderlich, daß Sie ein ärztliches Attest mitbringen, weil auf jeden Fall der Gutachter der Rentenversicherung eingeschaltet wird.Benötigt werden aber eine kurze Auflistung der bisher ausgeübten Berufe in zeitlicher Reihenfolge, Angaben über die Gesundheitsstörungen sowie die Anschrift(en) Ihres Hausarztes und weiterer Ärzte, die Sie behandeln.

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