Wirtschaft : Der lange Weg auf die Schiene

Bombardier darf erste Talent-Züge ausliefern

Berlin - Das Warten hat ein Ende, zumindest für die Nürnberger S-Bahn. Seit Dezember wartet sie auf neue Triebwagen. Produziert worden sind die Wagen schon vor langer Zeit von Bombardier in Henningsdorf – erst jetzt aber dürfen sie auch ausgeliefert werden.

Nach „langer intensiver Abstimmung“ mit dem Hersteller hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die ersten vierteiligen Züge der Fahrzeugfamilie „Talent 2“ für den Schienenverkehr zugelassen. Das teilte die Bonner Behörde am Freitag mit. Der Hersteller Bombardier habe zuvor letzte sicherheitsrelevante Unterlagen eingereicht.

Über ein Jahr lang standen die fabrikneuen roten Nahverkehrszüge auf dem Bombardier-Gelände in Henningsdorf bei Berlin wie bestellt und nicht abgeholt. Dabei werden sie dringend benötigt. Die Bahn hat mit Bombardier einen Rahmenvertrag für 321 Triebwagen abgeschlossen; der Gesamtwert liegt bei rund einer Milliarde Euro.

Doch dann gab es Probleme mit der Zulassung. Während des laufenden Zulassungsverfahrens war eine neue Sicherheitsrichtlinie eingeführt worden, die mehr Gutachten und Tests für Zugteile wie Bremsen, Türen und Stromabnehmer vorsah. Zudem hatten die Züge Schwierigkeiten beim Bremsen oder mit den Türen. Überall musste Bombardier nachbessern. Und das dauerte.

Es dauerte so lange, bis Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) der Kragen platzte. Anfang Februar holte er den Hersteller, die Bahn und die Behörde an einen Tisch. „Man habe die Komplexität der Änderungen unterschätzt“, gab Klaus Baur, der Deutschland-Chef von Bombardier, danach zu.

Mit den ersten Zulassungen scheint das Debakel nun ein Ende zu finden. Bis Ende des Jahres sollen 163 Triebwagen im Einsatz sein, einige davon auch in Berlin und Brandenburg. mirs

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