Wirtschaft : Der lange Weg von Rom nach Maastricht

MARTINA OHM

Schon in den Siebzigern träumte Pierre Werner von einer gemeinsamen Währung, doch die Zeit war noch nicht reif VON MARTINA OHM

Wenn Baron Alexandre Lamfalussy zur Finanzpolitik der Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) Stellung nimmt, schwingt ein bedenklicher Unterton in seiner Stimme mit.Dem ersten Präsidenten des Europäischen Währungsinstituts (EWI), der Ende Juni von dem Niederländer Wim Duisenberg abgelöst wird, gehen die Konsolidierungsbemühungen in den EU-Mitgliedstaaten noch nicht weit genug.Die Etatdefizite sind zwar mit Ausnahme Deutschlands 1996 weiter gesunken, doch meist nur infolge höherer Einnahmen wie Steuern oder Privatisierungserlösen, nicht aber durch überzeugende Ausgabendisziplin.Die Bemühungen vieler Staaten, ihre Finanzen auf Maastricht-Kurs zu trimmen, gingen in die falsche Richtung, klagte der EWI-Präsident. Die Worte des Frankfurter Euro-Bankers müßten der europäischen Staatengemeinschaft eine ernste Warnung sein.Ohne konsequente Konsolidierungspolitik werden sich die Hoffnungen auf eine dauerhaft stabile Währungsgemeinschaft kaum erfüllen.Das Defizitkriterium ist zwar nur eines von insgesamt fünf Konvergenzkriterien (siehe

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