Wirtschaft : Der Leitz-Ordner kommt künftig aus Schweden

STUTTGART (rtr/hej).Die Stuttgarter Traditionsfirma Leitz wird für rund 580 Mill.DM an den schwedischen Esselte-Konzern verkauft.Dadurch entstehe der weltweit größte Hersteller von Bürobedarf mit einem Umsatz von mehr als 2,6 Mrd.DM, sagte Leitz-Sprecher Joachim Leitz am Montag.Für das 1871 gegründete Unternehmen sei Esselte - Branchenführer in Europa - der ideale Partner, um Zugang zu internationalen Märkten zu bekommen.Die 2500 Arbeitsplätze bei Leitz im In- und Ausland seien nicht in Gefahr.Das Kartellamt müsse den Verkauf noch genehmigen.Leitz ist nach eigenen Angaben der älteste deutsche Hersteller von Büro-Artikeln.Innerhalb des Esselte-Konzerns ist es der Bereich Office Products, der die Louis Leitz International GmbH übernehmen will.Dieser Bereich mit Sitz in London beschäftigt bislang 5600 Mitarbeiter und setzt etwa zwei Mrd.DM um.Leitz hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 550 Mill.DM umgesetzt und dabei ein deutlich positives Ergebnis erwirtschaftet.Die bisherige Dachgesellschaft Louis Leitz KG wird nach Mitteilung des Unternehmens künftig nur noch eine reine Finanzholding ohne operatives Geschäft sein.

Die Verkauf habe rein strategische, und keine wirtschaftlichen Gründe, sagte Firmensprecher Leitz.Leitz befindet sich in vierter Generation im Besitz der Nachkommen des Firmengründers Louis Leitz.Bekanntestes Produkt des Unternehmens ist der 1896 erfundene Leitz-Ordner.Am Stammsitz in Stuttgart beschäftigt das Unternehmen rund 950 Mitarbeiter.Weitere insgesamt 950 Beschäftigte arbeiten an den Standorten Münchingen, Uelzen, Berlin und Heilbronn.Zudem seien 600 Mitarbeiter im Ausland beschäftigt, unter anderem in Frankreich, Großbritannien, den USA und Singapur.

Man müsse Esselte ein "Kompliment" machen und Leitz "beglückwünschen", kommentierte Herlitz-Chef Karel de Vries den Zusammenschluß der beiden Konkurrenten.Die Globalisierung des Handels führe zu einem steigenden Preisdruck in der Industrie.Konkurse wie im Falle der Firma Elba und Übernahmen wie bei Esselte-Leitz seien die Folge.Auch Herlitz schaut sich derzeit nach Firmen um, mit deren Übernahme man die eigene Marktposition verstärken kann.Ein Kauf von Leitz wäre jedoch wegen kartellrechtlicher Bedenken nicht möglich gewesen, so der Herlitz-Chef.Nach Meinung von de Vries werden in Europa auf Dauer nur drei bis Anbieter von Büroartikeln überleben können, darunter Esselte und Herlitz.

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