Wirtschaft : Der Lohn ist nur selten an den Gewinn gekoppelt

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Berlin - Nur acht Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten ein Einkommen, das zumindest teilweise vom Gewinn der Firma abhängt. Die Strategie der Arbeitgeber, das Einkommen stärker an den Unternehmensertrag zu koppeln, habe bislang „mäßigen Erfolg“ gehabt, sagte Reinhard Bispinck vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) am Montag in Berlin. Allerdings stieg der Anteil der gewinnabhängig bezahlten Beschäftigten in den letzten zehn Jahren von sechs auf acht Prozent. Besonders stark vertreten sind dabei gut verdienende Angestellte: Rund ein Drittel der Beschäftigten, die monatlich mehr als 7000 Euro verdienen, bekommen auch eine Gewinnbeteiligung; im Schnitt lag die bei 6635 Euro. Dagegen gibt es für un- und angelernte Arbeiter 548 Euro. Das betrifft indes wenige. Nur für knapp drei Prozent der Arbeitnehmer, die weniger als 1500 Euro im Monat bekommen, gibt es einen Gewinnbonus.

Die Strategie der Arbeitgeber sei es seit Jahren, so Bispinck, „bislang feste Tarifbestandteile gewinnabhängig zu gestalten beziehungsweise dauerhafte Tariferhöhungen durch variable Einmalzahlungen zu ersetzen“. Die Gewerkschaften dagegen wollten die Tarifeinkommen möglichst stabil halten und stärkere ertragsabhängige Schwankungen vermeiden. Allerdings gelingt ihnen das immer seltener, wie auch die aktuelle Tarifrunde zeigt. Die Metallarbeitgeber haben eine Lohnerhöhung um 2,5 Prozent angeboten sowie einen sogenannten Konjunkturbonus von 0,5 Prozent. Im vergangenen Jahr vereinbarten die Metallparteien eine Einmalzahlung von 310 Euro, die dann jedoch nach der betrieblichen Situation aufgestockt oder abgesenkt werden konnte. Etwa zehn Prozent der Betriebe machten davon Gebrauch. alf

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