• Der Maschinenbaukonzern übertrifft die Erwartungen. Vorstandschef Rupprecht setzt auf Zukäufe und Partnerschaften

Wirtschaft : Der Maschinenbaukonzern übertrifft die Erwartungen. Vorstandschef Rupprecht setzt auf Zukäufe und Partnerschaften

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Die Münchner MAN AG will auf Rekordfahrt bleiben. Nachdem schon in der abgelaufenen Periode 1998/99 (zum 30. Juni) teils über Erwartung neue Umsatz- und Rekordgewinne erzielt wurden, soll auch das laufende Geschäftsjahr weitere Zuwächse bringen, teilte der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern jetzt in München mit. Bis 2004/05 werde der Konzernumsatz mindestens um die Hälfte erhöht oder sogar verdoppelt hatte Konzernchef Rudolf Rupprecht zuletzt angekündigt. Vorrangiges Mittel seien Zukäufe und Partnerschaften. Dieses Wachstumsszenario gelte weiterhin, auch wenn eine nicht näher beschriebene Übernahme vor kurzem geplatzt sei, bestätigte ein Firmensprecher auf Anfrage. Ein weiteres, ebenfalls ungenanntes Projekt liege auf Eis.

In der Branche wird darüber spekuliert, dass es sich dabei um die Dieselmotoren-Aktivitäten des französischen Alstom-Konzerns handelt. Auch der Börsengang einer Konzerntochter gilt in München als Option. Ausgeschlossen sei dagegen der Verkauf der dominierenden Sparte Nutzfahrzeuge. Gestärkt wird das Selbstbewusstsein der Münchner durch den Rekordabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahrs. Vor Steuern stiegen die Gewinne konzernweit um ein Drittel auf 1,1 Mrd. DM. Nach Ablieferungen an den Fiskus, die 1997/98 wegen Verlustvorträgen einzelner Töchter relativ niedrig waren, verblieb ein um 15 Prozent höherer Jahresüberschuss von 725 Mill. DM. Damit wurde das angekündigte Renditeziel von 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital mit 15,4 (Vorjahr 13,7) Prozent übertroffen, teilte MAN mit. Die Umsatzrendite stieg 1998/99 von 3,8 auf 4,6 Prozent und liegt damit nahe am Ziel von fünf Prozent.

Getragen wurde das Gewinnwachstum vor allem durch Lkw- und Omnibus-Geschäfte, deren Profite vor Steuern um 40 Prozent auf 451 Mill. DM zulegten. Die Aktionäre profitieren davon dieses Jahr durch einen Bonus von 20 Pfennig auf die letztjährige Rekorddividende von 1,60 DM je Aktie. Die Zahl der Mitarbeiter stieg fast ausschließlich bedingt durch Veränderungen im Konsolidierungskreis um 3000 Personen auf konzernweit knapp 67 000 Frauen und Männer. Im Inland beschäftigte MAN Ende Juni über 47 500 Mitarbeiter.

Deutlich hinter dem Gewinnwachstum zurück blieben im vorigen Geschäftsjahr mit einem Plus von fünf Prozent auf knapp 26 Mrd. DM die Umsatzzuwächse bei MAN. Für positive Impulse sorgten dabei vor allem die Sparten Nutzfahrzeuge, Druckmaschinen und Dieselmotoren. Umsatzrückgänge musste wegen niedrigen Rohstoffpreisen und rückläufigen Stahlhandelsgeschäften nur der Bereich Industrielle Dienstleistungen um den Teilkonzern Ferrostaal hinnehmen. Um drei Prozent rückläufig waren 1998/99 konzernweit auch die Auftragseingänge von 24,4 Mrd. DM. Insgesamt habe der Konzern in der abgelaufenen Periode aber sehr gut abgeschnitten, lautet das Fazit des Vorstands. Im laufenden Geschäftsjahr 1999/2000 will MAN von aufhellender Investitionskonjunktur sowie auffrischenden Exporten profitieren und die Auslandspräsenz ausbauen.

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