Wirtschaft : Der Meister gewinnt auch wirtschaftlich

Borussia Dortmund will trotzdem vorsichtig bleiben

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Bescheiden bleibt Geschäftsführer Hans- Joachim Watzke für diese Saison. Foto: dapd
Bescheiden bleibt Geschäftsführer Hans- Joachim Watzke für diese Saison. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Auch der Erfolg hat viele Seiten und kann ein paar Millionen kosten. Wie beim Deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund. In der Planung für die Saison 2010/11 hatten die Vereinsstrategen mit 57 Punkten gerechnet – am Ende gab es 75 Zähler und die Meisterschaft. Da das Gehalt der Spieler sich auch an der Zahl der Punkte orientiert, wurde es teuer: Statt der veranschlagten 34,5 Millionen Euro bekamen die Profis 43 Millionen Euro. Trotzdem erreichte der BVB das „beste Ergebnis“ in seiner 102-jährigen Geschichte, wie Geschäftsführer Hans- Joachim Watzke am Montag bei der Vorlage der Geschäftszahlen sagte. In einer Mitteilung des einzigen an der Börse gehandelten Fußballclubs hierzulande heißt es dazu, „sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg können Hand in Hand gehen“. Vielleicht auch irgendwann für die Aktionäre. Am Montag stieg der Aktienkurs leicht auf 2,44 Euro. Wer zum Börsendebüt Ende Oktober 2000 das BVB-Papier für elf Euro gekauft und seitdem im Depot liegen hat, der braucht noch einige Titel.

In der Zwischenzeit war der Verein fast pleite und musste 2006 unter anderem mit Kapitalerhöhungen saniert werden. Der Schuldenberg ist mit 56 Millionen Euro noch immer hoch, aber die neue Bescheidenheit der Clubführung zahlt sich aus. Den vorläufigen Zahlen zufolge erreichte der BVB-Konzern in der vergangenen Spielzeit einen Überschuss von 5,4 Millionen Euro nach einem Verlust von gut sechs Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg sogar von gut 100 auf mehr als 150 Millionen Euro. Und weil die Schwarz-Gelben jetzt in der sehr profitablen Champions League spielen, rechnet Geschäftsführer Watzke auch für 2011/12 mit guten Zahlen und einem Gewinn. Ohne dabei mit den Erwartungen an die Erfahrungen der vergangenen Saison anknüpfen zu wollen: Für die Mannschaft sind rund 42 Millionen Euro budgetiert bei einem Punktestand von 60 am Ende der Saison. Das reichte zuletzt für Platz vier. Alfons Frese

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