Wirtschaft : Der Mini-Airbus hebt in Hamburg ab

HAMBURG / TOULOUSE (du-).Nach ersten Festbestellungen durch die Fluggesellschaften Air France und Egyptair über insgesamt 18 Maschinen hat die Airbus Industrie am Montag den Startschuß für den Bau ihres neuesten Flugzeugmodells, des kleinen A318, gegeben.Die Endmontage wird ebenso wie bei den größeren Geschwistern, dem Airbus A319 und A321, im deutschen Airbus-Werk von DaimlerChrysler Aerospace in Hamburg-Finkenwerder erfolgen.Die Auslieferung soll Ende 2002 beginnen.

Während die Air France 15 Maschinen fest bestellt und sich Optionen für zehn weitere Jets gesichert hat, wurden von Egyptair Aufträge für drei A318 erteilt.Zuvor hatten die Hersteller bereits Kaufabsichtserklärungen der US-Fluglinie Trans World Airlines für 50 und der Leasing-Firma ILFC für 30 Flugzeuge verbuchen können.

Nachdem der ursprünglich bereits für Ende 1998 geplante Programmstart aus Mangel an Aufträgen verschoben worden war, sind die vom Aufsichtsrat festgelegten kommerziellen Kriterien jetzt voll erfüllt, teilte Airbus am Montag in Toulouse mit.Die industriellen Verhandlungen zwischen den Konsortialpartnern über die Aufteilung der Produktionsanteile seien indes noch nicht abgeschlossen.

Mit durchschnittlich 107 Passagiersitzen rundet der in verschiedenen Versionen angebotene A318 die Produktpalette des europäischen Luftfahrtkonsortiums nach unten ab und ist speziell für Kurzstrecken mit niedrigem Verkehrsaufkommen, aber hoher Bedienungsfrequenz konzipiert.Der A318 ist damit kleinster Sproß der A320-Familie, zu der auch A319 und A320 gehören.Deren 1000.Jet ging vor wenigen Tagen ebenfalls an die Air France.Alle Modelle der Typenreihe verfügen über einen einheitlichen Rumpfquerschnitt und können von den Piloten und Mechanikern mit einer gemeinsamen Musterberechtigung geflogen und gewartet werden, was für die Betreiber eine erhebliche Kostensenkung bedeutet.Der A318 hat eine Reichweite von rund 3700 Kilometern pro Stunde.Für den Antrieb sorgen zwei Düsenaggregate des amerikanischen Herstellers Pratt & Whitney.

Die A318 ist ein direktes Konkurrenzmodell zur Boeing 717, die mit dem von BMW-Rolls Royce im brandenburgischen Dahlewitz gebauten BR715-Triebwerken ausgestattet ist.Die erste von bisher 115 bestellten Maschinen dieses Typs soll bereits im Spätsommer in den Liniendienst gehen.

"Mit der A318 haben wir eines unserer letzten Ziele im Rahmen unserer Entwicklungsstrategie erreicht", sagte der geschäftsführende Airbus-Direktor Noel Forgeard.Die Entscheidung über den Bau des als Abrundung nach oben geplanten Super-Jumbos A3XX für rund 555 Passagiere ist wegen des begrenzten Marktes wiederholt zurückgestellt worden.

In Hamburg-Finkenwerder sind bisher rund 245 Airbusse der Modelle A318 und A321 montiert worden, rund 600 weitere Maschinen stehen in den Auftragsbüchern des deutschen Werkes.Die Endmontage des Basismodells A320 sowie der Großraummaschinen A300-600 und A310 erfolgt im französischen Toulouse.

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