Wirtschaft : Der Mittelstand meldet mäßige Geschäftslage Creditreform befürchtet weiteren Abbau von Stellen

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(brö/dr). Für den Mittelstand in Deutschland erholt sich die konjunkturelle Lage nur zögerlich. Trotz einer etwas verbesserten Einschätzung der Geschäftslage und einer erhöhten Investitionsneigung gebe es „noch kein Frühlingserwachen“, resümierte der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, Helmut Rödl, als Fazit einer Umfrage am Mittwoch in Berlin. Bei den Investitionen sei die Talsohle im Mittelstand überwunden, doch weiterhin würden mehr Arbeitskräfte abgebaut als neue eingestellt, sagte Rödl. Als weiterhin großes Problem nannte Rödl die Ertragslage. „Die Ertragssituation hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas entspannt, sie lässt aber in vielen Betrieben noch keinen Spielraum zur Schaffung einer ausreichenden Unternehmensfinanzierung.“ Knapp 20 Prozent der befragten 4200 Firmen erwarten höhere Gewinne, 46 Prozent keine Veränderung.

Derweil klagen die Unternehmen über eine schlechte Kreditversorgung durch die Banken. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) unter 21000 Unternehmen haben sich die Konditionen der Hausbanken nicht verbessert. Im Gegenteil: 24 Prozent der Betriebe berichteten zu Jahresbeginn von einer weiteren Verschlechterung ihrer Kreditkonditionen, sagte der Mittelstandsexperte des DIHK, Fritz-Wilhelm Pahl.

Firmen klagen über die Banken

Für etwa ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen hätten die Kreditsorgen seit November 2002 zugenommen. DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke kritisierte, die Banken orientierten sich vorrangig an der momentanen Geschäftslage, der jüngsten Gewinn- und Verlustrechnung und an der Eigenkapitalschwäche. Selbst wenn sich Unternehmen inzwischen bessere Geschäfts- und Exporterwartungen ausrechneten und auf steigende Aufträge verweisen könnten, erhielten sie per Saldo dennoch schlechtere Kreditkonditionen.

Dennoch hält es der DIHK noch für möglich, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um zwei Prozent wachsen wird. Im laufenden Jahr werde die Zahl der Arbeitslosen um rund 100000 zurückgehen, sagte DIHK-Experte Nitschke. Zuletzt hatten mehrere Fachleute ihre Wachstumsannahmen auf bis zu ein Prozent nach unten korrigiert. Die Bundesregierung hält an ihrer Prognose von zwei Prozent indes fest. Finanzminister Hans Eichel sagte, es sei falsch, auf Zehntelprozentpunkte beim Wachstum zu schauen. Gleichwohl „wäre es falsch zu behaupten, es gebe keine Risiken“ für die Konjunktur.

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