Wirtschaft : Der Monatsbericht der Bundesbank sieht den wirtschaftlichen Aufschwung näherrücken

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Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland rückt näher. Das ist die Botschaft des jüngsten Monatsberichtes der Bundesbank. Auch der Geschäftsklima-Index des Münchner Ifo-Instituts zeigt deutlich nach oben. Verantwortlich dafür ist der deutlich anziehende Export: Das Ende der Asienkrise, das starke Wachstum in den USA und in einigen Ländern Europas und der schwache Euro haben dafür gesorgt, dass die deutschen Ausfuhren in den vergangenen Monaten stark angestiegen sind. Und: Die Erwartungen der Unternehmen für die nächste Zukunft sind so positiv wie seit August 1998 nicht mehr.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel mit einem Wert von 95,3 besser aus, als es die Volkswirte der großen Banken und die Börsianer erwartet hatten. Aus Furcht vor Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank, die wegen der guten Stimmung in der Wirtschaft nun für wahrscheinlicher gehalten werden, gab die deutsche Börse im Verlauf des Tages deutlich nach.

Die Nachfrage im Inland, so die Bundesbank in ihrem Monatsbericht, kommt zwar auch allmählich in Gang, aber deutlich langsamer als der Export. Eine konkrete Wachstumsprognose wagt die Bundesbank trotz ihrer positiven Einschätzung der Lage allerdings nicht.

Schon zu Beginn des Sommers war die konjunkturelle Entwicklung nach Ansicht der Frankfurter Notenbanker "deutlich aufwärts gerichtet". Insbesondere beim Auftragseingang habe es im Juli gegenüber den Vormonaten nachhaltige Fortschritte gegeben. Motor dieser Entwicklung war vor allem das Ausland. Von dort kamen nach Angaben der Bundesbank die entscheidenden Impulse. "Insgesamt scheint sich saisonbereinigt die Zunahme der Orders, die bereits im zweiten Vierteljahr mit rund fünf Prozent sehr kräftig gewesen war, nahezu ungeschmälert fortgesetzt zu haben". Der Anstieg, der im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr noch bei einem Prozent gelegen hatte, habe sich im Juli auf fast acht Prozent erhöht.

Verantwortlich für die positiven Konjunktureinschätzungen der Notenbanker ist auch die Lage in Südostasien. Die in den letzten beiden Jahren von einer schweren Krise gebeutelte Region könnte schon bald wieder zu einem zusätzlichen Motor für die Exportwirtschaft auch in Deutschland werden. Für die deutsche Exportwirtschaft seien die ersten Wachstumsanstöße "bereits in den Zahlen für das erste Halbjahr 1999 zu erkennen". Der Export war in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent geschrumpft - allerdings mit einer Trendwende: Im ersten Quartal gab es noch ein Minus von 2,7 Prozent, im zweiten einen Zuwachs von 0,4 Prozent.

Der mögliche Effekt aus der deutlichen Verbesserung der Lage in Asien für die deutsche Exportwirtschaft liegt allerdings zum großen Teil im psychologischen Bereich: Nur fünf Prozent aller Ausfuhren der deutschen Wirtschaft gehen nach Asien, in den USA liegt diese Quote bei 13,5, in Japan bei 31 Prozent.

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