Wirtschaft : Der Motor sind die Zulieferer

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AUTOINDUSTRIE

Ohne den Fahrzeugbau sähe es schlecht aus für die deutsche Industrie. Rund ein Drittel aller Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) entfallen auf die Autobauer und ihre Zulieferer. Allerdings verliert die Dynamik an Schwung: Während von 1997 bis 1999 die FuEAusgaben um 30 Prozent stiegen, gab es zuletzt nur noch ein Wachstum um einige Prozentpunkte, hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ermittelt. Kein Grund zur Panik, sagt Autoverbandssprecher Eckehart Rotter, der Anteil der Branche an den gesamten Forschungsaufwendungen der Industrie sei in den vergangenen Jahren sogar leicht gestiegen. „Eine außerordentliche Leistung“, meint der Verbandssprecher und erwähnt gleichzeitig die 10000 zusätzlichen Arbeitsplätze, die 2003 bei Herstellern und Zulieferern geschaffen wurden.

Überhaupt die Zulieferer. Sie seien die „heimlichen Helden der Autoindustrie“, meint Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer. Während die Hersteller, also VW oder Mercedes, zwischen 3,5 und fünf Prozent des Umsatzes in die Forschung steckten, liege der Anteil bei den Zulieferern zwischen sieben und neun Prozent. Das bestätigt auch der Nürtinger Autoprofessor Willi Diez: Mehr als 50 Prozent der Innovationen, die im Auto stecken, stammten von den Zulieferern. Obwohl die Japaner „mächtig aufgewacht“ sind, seien die Deutschen auf bestimmten Technologiefeldern noch immer führend – bei der Sicherheit, der Elektronik und den Diesel-Antrieben, sagt Diez.

Dagegen haben die Japaner beim Hybrid-Antrieb, der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor, einen Vorsprung von drei bis fünf Jahren, meint Dudenhöffer. Bei den Antrieben gebe es bei Verbrauch und Emissionen noch Sparpotenzial; mit der Brennstoffzelle als sauberer Alternative zum Verbrennungsmotor im Serienfahrzeug rechnen die Autoexperten frühestens 2015. Bis dahin wird weiter an „Fahrerassistenzsystemen“ (Dudenhöffer) getüftelt: Scheinwerfer, die um die Kurve leuchten, oder Radarsysteme, die Zusammenstöße verhindern und dem Fahrer das Parken abnehmen. alf

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