Wirtschaft : Der neue Chef ist der alte

Wolfgang Beeser soll Thomas Cook sanieren– damit folgt ein „Touristiker“ auf den Luftfahrt-Manager Stefan Pichler

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Frankfurt (Main) (dpa). Europas zweitgrößter TourismusKonzern Thomas Cook bekommt einen altbewährten Manager für den Umbau: Vier Jahre nach seinem Ausscheiden soll Wolfgang Beeser zum Jahreswechsel zurückkehren und den Vorstandsvorsitz der Tochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle übernehmen. Der neue, alte Chef steht vor immensen Aufgaben: Der Konzern mit rund acht Milliarden Euro Umsatz und zuletzt mehr als 13 Millionen Gästen („Neckermann“) steckt in roten Zahlen – und in der Branche wird das Konzept des integrierten Konzerns mit Veranstaltern, Fluggesellschaft und Hotels in Frage gestellt.

Der 61-jährige Beeser gilt als Vollblut-Touristiker, der per Handschlag Geschäfte macht. Als Reiseleiter arbeitete er für Neckermann auf Mallorca und in Indien. Dann stieg er Schritt für Schritt auf und wurde Chef des Unternehmens. Unter seiner Amtszeit wurde die Fluggesellschaft Condor integriert, Beeser war dann einer von drei Vorstandsmitgliedern des Thomas-Cook-Vorgängers C&NTouristik AG, die jeweils zur Hälfte Karstadt und Lufthansa gehörte.

Nach einem Streit im Führungstrio schied Beeser 1999 aus dem Konzern aus, Nachfolger wurde der damalige Lufthansa-Manager Stefan Pichler. In den vergangenen Jahren lebte Beeser für längere Zeit auf Teneriffa, war zugleich aber noch für den Schweizer Reiseveranstalter Kuoni tätig. Die jetzige Rückkehr dürfte für Beeser ein Triumph sein. Zugleich wird nach Pichler, der aus dem Luftfahrt-Bereich kam, nun wieder ein Touristiker das Steuer in die Hand nehmen. Zwei weitere Vorstandsposten wurden bei Thomas Cook neu besetzt: Finanzvorstand wird Heinz-Ludger Heuberg, der bisher bei Lufthansa Cargo tätig war. Als Überraschung gilt Ralf Teckentrup, der künftig den Airline-Bereich leiten soll. Er war bisher bei der Lufthansa für Netzmanagement, Informationstechnologie und Einkauf zuständig. Spannend wird sein, was die neue Führung macht. 13 Maschinen will der Konzern verkaufen, um Überkapazitäten abzubauen. Es wird spekuliert, ob die Flugtochter Condor künftig auch im Billigflieger-Bereich aktiv wird und die Veranstalter des Konzerns auf externe Fluggesellschaften zugreifen dürfen.

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