Wirtschaft : Der Osten in alten Strukturen

ANTJE SIRLESCHTOV

Die Sachsen Schaffen es.Gemeinsam mit den Thüringern zeigen sie nun schon im zehnten Jahr, daß der Aufschwung Ost keine leere Formel ist.Emsig bauen sie Autos, tüfteln an Maschinen und überraschen mit findigen Patenten, die sich zudem in aller Welt verkaufen lassen.Keine Sorge, der Südosten Deutschlands wird in einigen Jahren zu den Wachstumregionen des Landes gehören.

Mühsam schleppt sich dagegen die Industrie in Mecklenburg-Vorpommern voran.Ein bißchen Ernährungsgewerbe, ein wenig High-Tech und ein paar Call Center - gäbe es keine Werften an der Ostseeküste, würde das nordöstlichste Bundesland in der gesamtdeutschen Außenhandelsstatistik wahrscheinlich gar nicht mehr auftauchen.

Wäre das so schlimm? Das Land zwischen Kap Arkona und der Uckermark war noch nie ein Mekka der deutschen Industriefirmen.Schon vor hundert Jahren zählte man allein in Leipzig doppelt so viele Gewerbebetriebe wie im ganzen Nordosten des Landes.Gar nicht zu reden vom regionalen Unterschied im Lebensniveau.Im Norden gingen die Uhren eben schon immer anders als im übrigen Land.Diese traditionellen Standortstrukturen, so scheint es jedenfalls, setzten sich auch jetzt wieder durch - gleichgültig, ob dem Industriezeitalter nun das Dienstleistungsjahrhundert folgt und ob Politiker diese Entwicklung mit regionalpolitischen Förderkonzepten verhindern wollen.Tatsache ist, daß die Zentren industrieller Entwicklung im Osten bereits verteilt sind, und sich daran in den kommenden Jahren wohl nur noch wenig ändern wird.Was den Regionen nördlich von Berlin jedoch bleibt, ist die Konzentration auf ihr eigentliches Potential.Denn man wird dort auch in Zukunft Erholung suchen und Dienstleistungen rund um den Tourismus nachfragen.Und in diesem Gewerbe verfügen die Menschen über die beste Tradition.

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