Wirtschaft : Der Personalabbau bei Karstadt beginnt Konzern und Betriebsrat vereinbaren Sozialplan

Dagmar Rosenfeld

Berlin - Für die Mitarbeiter des Handelsunternehmens Karstadt-Quelle wird es jetzt ernst, denn der Konzern kann mit dem angekündigten Stellenabbau beginnen. Unternehmensführung und Gesamtbetriebsrat haben einen Sozialplan vereinbart, der vorsieht, dass bis 2007 bei der Karstadt Warenhaus AG 4200 Jobs im Verwaltungsbereich gestrichen werden. Das teilte Karstadt-Quelle am Donnerstag in Essen mit.

Die Vereinbarung sieht Abfindungszahlungen für freiwillig ausscheidende Mitarbeiter vor, einen Ausbau der Altersteilzeit und die Gründung einer Transfergesellschaft. In dem Sozialplan ist aber auch festgelegt, dass ab Oktober kommenden Jahres betriebsbedingte Kündigungen möglich sind – wenn bis zu diesem Zeitpunkt nicht genügend Mitarbeiter den Konzern freiwillig verlassen haben, wie ein Konzernsprecher sagte.

Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Pokriefke sagte dem Tagesspiegel, das Ergebnis sei zufrieden stellend. Details zum Sozialplan wollte er nicht nennen. Wie der Tagesspiegel allerdings aus Gesamtbetriebsratskreisen erfuhr, soll die Personalentwicklungsagentur Peag mit der Gründung einer Transfergesellschaft zum Januar 2005 beauftragt worden sein. Bei der Peag, deren Gesellschafter die Karstadt Warenhaus AG ist, hieß es dazu lediglich, man nehme zur Zeit am Auswahlverfahren des Transferträgers für den anstehenden Stellenabbau bei Karstadt teil. Die Peag hatte bereits vor drei Jahren, als rund 4700 Jobs bei Karstadt gestrichen wurden, eine Beschäftigungsgesellschaft für den Konzern betrieben. Diesmal bleibt den Karstadt-Mitarbeitern allerdings nicht viel Zeit: Sie müssten sich bis Ende dieses Monats entscheiden, ob sie in die Transfergesellschaft wechseln wollen oder nicht, sagte ein Gesamtbetriebsratsmitglied dem Tagesspiegel. In der Transfergesellschaft würden sie dann für ein Jahr bei 90 Prozent ihres Gehalts weiterbeschäftigt und für andere Jobs qualifiziert werden.

Mitarbeiter aus der Verwaltung sollen demnach aber auch die Möglichkeit bekommen, innerhalb des Konzerns in den Verkaufsbereich zu wechseln, wenn dort Personal benötigt werde. Und Beschäftigte, die bis 30. Juni 2005 freiwillig ausscheiden, erhielten den Angaben zufolge eine „Turboprämie“ – der rasche Abgang wird mit einer doppelten Abfindungszahlung belohnt.

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