Wirtschaft : Der Pharmagroßhändler trennt sich vom Bereich Gesundheitsdienste

Europas größter Pharmagroßhändler Gehe entlässt im Bereich Gesundheitsdienste 500 Mitarbeiter. Der Abbau soll nach Unternehmensangaben über die 33 deutschen Standorte verteilt werden. Gehe will sich von dem Bereich ganz trennen und sich auf das Kerngeschäft Pharma-Distribution und Service konzentrieren.

Für den französischen Teil Orkyn soll noch in diesem Jahr ein Käufer gefunden werden. Dies und die Sanierung des deutschen Bereiches Pro Reha soll die Prognose einer deutlichen Ergebnissteigerung für das Gesamtjahr nicht negativ beeinflussen. Pro Reha mit bisher 700 Mitarbeitern lasse sich in seiner jetzigen Form nicht verkaufen und müsse daher zunächst neu organisiert werden, hieß es. Die Sanierung soll in neun bis 18 Monaten abgeschlossen sein. Auch danach hält Gehe an der Trennung fest. "Pro Reha passt strategisch nicht in unser Konzept", erklärte der Finanzchef Stefan Meister. "Es gab eine Reihe von Interessenten für Pro Reha, aber als sie die wirtschaftliche Situation gesehen haben, haben sie alle Restrukturierungen angekündigt." Dies mache Gehe nun selber.

Der Bereich Gesundheitsdienste hatte 1998 als einziger im Konzern mit roten Zahlen abgeschnitten. Bei einem Umsatz von 301 Mill. DM lag der Vorsteuerverlust bei fünf Mill. DM. Als Gründe sieht Gehe Strukturmängel. Pro Reha habe eine sehr breite Palette an Dienstleistungen angeboten und sei damit nicht wettbewerbsfähig gewesen. Orkyn habe sich hingegen erfolgreich auf dem Heil- und Hilfsmittelmarkt positioniert.

Gehe steigerte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Vorsteuergewinn um sieben Prozent auf 129 Mill. Euro, der Umsatz legte um 8,8 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro zu. Der Umsatz soll im Gesamtjahr um sieben Prozent steigen. 1998 arbeiteten im Konzern 23 033 Mitarbeiter, der größte Teil davon im Pharma-Großhandel.

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