Wirtschaft : Der Preis-Weg der Tomate

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Tomaten sind im Sommer süß und preiswert. Im Winter sind sie eher wässrig und teuer. In diesem Winter sind sie besonders teuer. Doch der Handel ist an den hohen Preisen von Tomaten und anderem Gemüse schuldlos. Die Preisspannen zwischen den Erzeugern und den Verbrauchern sind das ganze Jahr gleich. Entscheidend für den Verbraucherpreis sind die Produktionskosten. Die bestimmen den Erzeugerpreis.

Dieser Preis steigt, wenn die Ernte schlecht und das Angebot daher gering ist. Egal wie hoch dieser Preis ist - der Großhändler, der direkt vom Erzeuger kauft, schlägt immer fünfzehn Prozent auf den Erzeugerpreis auf. Kauft er das Kilo Tomaten für einen Euro ein, wird er es für etwa 1,15 Euro den Einzelhändlern anbieten. Vom Bauern zum Großmarkt steigt der Tomaten-Preis um 15 Prozent.

Der Einzelhändler will beim Weiterverkauf an den Verbraucher auch seinen Schnitt machen: Im Geschäft verdoppelt er häufig den Preis für das Kilo Tomaten. Das heißt: Er kauft sein Kilo Tomaten beim Großhändler für 1,15 Euro ein und verkauft es an den Endverbraucher für 2,30 Euro. Der Einzelhändler macht sein Gemüse so teuer, weil er vom Gewinn sein Personal und die Ladenmieten bezahlen muss.

Das müssen alle Einzelhändler. Dennoch variierten die Preise für kanarische Tomaten an diesem Wochenende in Berlin von Geschäft zu Geschäft zwischen 1,95 Euro und 2,75 Euro. Der Berliner Großmarkt-Preis lag bei 1,20 Euro. Der Preis ist auf dem Weg zum Verbraucher kräftig gestiegen. Unsere Tomate ist gewachsen, und sie ist nicht süß geworden. Sie bleibt wässrig, es ist Winter.

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