Wirtschaft : Der Protektor schützt die ganze Branche

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Von Heike Jahberg

Die gute Nachricht zuerst: Kein Kunde, der eine Lebensversicherung bei der Mannheimer abgeschlossen hat, muss befürchten, dass sein Erspartes verloren ist. Zwar steht das Unternehmen selbst vor dem Aus, aber die Auffanggesellschaft Protektor führt die Verträge weiter. Davon profitieren die Versicherten. Denn die Überschüsse, die den Kunden in den vergangenen Jahren gut geschrieben worden waren, bleiben ihnen erhalten und werden am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Für die Zukunft bekommen die Versicherten zwar nur den gesetzlich garantierten Rechnungszins, doch mehr hatte die Mannheimer zuletzt auch nicht geboten. Und sollten sich die Kapitalmärkte wieder erholen, könnten auch ProtektorKunden auf eine bessere Rendite hoffen.

Die schlechte Nachricht: Es gibt keinen Aufschub mehr. Mit dem Protektor hat die Versicherungsbranche ihre schärfste Waffe gezückt. Anders als in der Vergangenheit haben sich die Versicherer bei der Mannheimer nicht auf eine dezente, unkonventionelle Rettungsaktion verständigen können. Leider. Denn der Protektor ist umso beruhigender je später er eingesetzt wird.

Müssen die Kunden jetzt Angst haben? Nicht unbedingt. Denn der Protektor ist gut gepolstert. 370 Millionen Euro kostet die Sanierung der Mannheimer-Versicherungsbestände, fünf Milliarden Euro wird der Protektor insgesamt zur Verfügung haben. Geld genug, um auch noch weitere Krisenfälle auffangen zu können. Ob das nötig sein wird, kann derzeit niemand sagen. Zumindest die Börse lässt die Versicherungsmanager derzeit hoffen. Der Dax legt seit Wochen zu, das mildert den Druck. Nur der Mannheimer nutzt das jetzt nichts mehr.

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