Wirtschaft : Der Rat der Banken taugt nicht mehr (Kommentar)

Karin Birk

Banken und Sparkassen interessieren sich nicht mehr für das Geld der kleinen Leute. Nur zwei von 25 Kreditinstituten, bei denen die Stiftung Warenstest die Qualität der Anlageberatung unter die Lupe genommen hat, erhielten die Note "gut". Fünf Banken kamen nur mit "mangelhaft" davon. Was ist los mit den Banken und Sparkassen? Erkennen sie denn nicht den Börsenboom und das wachsende Interesse der Deutschen an Aktien und Investmentfonds? Vielleicht schon. Doch offensichtlich sind die Geldhäuser und ihre Mitarbeiter zu sehr mit sich selbst beschäftigt, mit Fusionen und Fusionsfantasien, oder sie halten Depots unterhalb von 200 000 Mark von vornherein für Peanuts. Das haben Deutsche und Dresdner Bank während ihrer Fusionsversuche durchblicken lassen. Mehr als Standardprodukte und Standardantworten kann es für Kleinkunden nicht geben. Doch die Banken schneiden sich ins eigene Fleisch. Erstens kann der kleine Sparer von heute der große Erbe von morgen sein. Und zweitens werden gerade die normalen Privatkunden in den nächsten Jahren mehr Geld auf die hohe Kante legen, um ihre Altersvorsorge aufzubessern. Mit ihnen lassen sich trefflich Geschäfte machen. Die Privatkunden zu verprellen ist mehr als kurzsichtig.

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