Wirtschaft : Der Ruf ist schnell verspielt

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Von Dieter Fockenbrock

Die Japaner kommen. Zwanzig Jahre nach der ersten erfolgreichen Attacke auf die deutschen Automobilbauer greifen Toyota, Honda und Co. erneut an. Noch haben die Japaner, was Absatz und Umsatz betrifft, keine Chance gegen Volkswagen, Opel oder Ford. Noch sind die deutschen Autobauer auf ihrem Heimatmarkt mit großem Abstand die Marktführer. Doch die Zufriedenheit der Kunden mit „ihrer“ Marke aus dem Fernen Osten wächst von Jahr zu Jahr. Das Image der Mercedes EKlasse, von Vectra und Focus bröckelt, weil die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge nicht die beste und der Werkstattservice nicht zufriedenstellend ist. Die deutschen Automobilbauer müssen wegen der jüngsten Image-Studie des ADAC dennoch nicht in Panik ausbrechen. Die Ergebnisse sollten ihnen jedoch zu denken geben. Denn kleine Details zeigen, wie schnell die Gunst der Kunden verspielt ist, wie schnell in der Folge auch der Absatz einbricht, wenn erstmal das Image beschädigt ist.

Beispiel Mercedes: Dass der Stern aus Stuttgart die deutsche Automobilmarke schlechthin ist, galt Jahrzehnte als unumstößliches Gesetz: solide, zuverlässig, führend in Technik und Design. Jetzt hat die Konkurrenz aus München diese Topposition eingenommen. Aus Sicht der Kunden hat BMW das beste Image. Noch liegen die Bayern nur knapp in Führung, der Vorsprung könnte sich aber ausweiten, wenn die Warnsignale im Ländle nicht ernst genommen werden. Dass BMW einst Mercedes überholen könnte, war vor einigen noch Jahren unvorstellbar. Dass die Japaner den deutschen Autobauern auf deren Heimatmarkt ernsthaft gefährlich werden könnten, auch. Aber die Japaner kommen.

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