Wirtschaft : Der Sammler als Spekulant: Konventionelles für Konservative

as/jad

Briefmarken: Wer mit Briefmarken Gewinne erzielen möchte, sollte die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Besonders lukrativ sind nämlich missglückte Sonderdrucke, wie zum Beispiel die "falsche Koblenzer". 1992 wurde für die Sondermarke "2000 Jahre Koblenz" zum Teil versehentlich falsches Druckpapier eingelegt. Diese Fehldrucke steigerten über Nacht ihren Wert von 60 Pfennigen auf 50 Mark pro Stück. Verkehrte Welt eben: Begehrt ist die Abart, das Misslungene. Nur eine wirkliche Rarität sollten sich Briefmarken-Spekulanten daher etwas kosten lassen.

Münzen: Manch einer hat vielleicht noch Schätze im Sparschwein, ohne es zu wissen. Denn mit der Einführung des Euro-Bargeldes im nächsten Jahr stehen seltene Mark- und Pfennigmünzen extrem hoch im Kurs. Möglicherweise klimpert in der Kupfergeld-Sammlung für den Brautschuh ein Zweipfennig-Stück, das eine intensivere Betrachtung verdient hätte. Findet sich beispielsweise ein solches mit der Jahresprägung 1959 und dem Buchstaben J, das auch optisch noch in sehr gutem Zustand ist, dann kann man davon sogar fast noch das Brautkleid bezahlen. Denn der geschätzte Wert dieser seltenen Ausgabe liegt bei rund 2500 Mark.

Uhren: Ein Klassiker unter den Sammlerstücken. Zu Recht. Eine Bank für Kapital-Sammler? Nicht unbedingt. Gewinne sind nur dann vorprogrammiert, wenn die kostbare Uhr ihr Dasein nicht an einem Handgelenk, sondern auf einem Samtkissen in einem Tresor fristet. Auf unbestimmte Zeit, versteht sich. Erst, wenn das exklusive Modell nicht mehr hergestellt wird, sind die Gewinnchancen für den Sammel-Spekulanten nahezu grenzenlos, so bestätigen es renommierte Auktionshäuser. Aufpassen sollte der unerfahrene Kaptialanleger aber in jedem Fall beim Erwerb einer vermeintlich wertvollen Uhr. Sonst hält er am Ende womöglich nur einen pfiffigen Nachbau in den Händen und der Traum der Rendite wäre vertickt.

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