Wirtschaft : Der schärfste VW aller Zeiten

Wolfgang Bernhard stellt den neuen Scirocco vor

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Berlin - „Als kleiner Junge“, erinnerte sich Wolfgang Bernhard, „war ich hingerissen vom Scirocco.“ Als großer Junge, der es inzwischen in den VW-Vorstand geschafft hat, stellte er am Donnerstagabend den Nachfolger vor. Mindestens so begeistert wie damals. „Ein cooles Auto, ein mutiges Auto, ein wildes Auto, ein richtig scharfes Teil mit Stil“, sagte Bernhard über die Designstudie Iroc, aus der in zwei Jahren ein richtiges Auto werden soll.

Um die 1000 Gäste kamen zur Premiere in einen Hangar des Flughafens Tempelhof. Zwei Wochen hatte der Umbau der riesigen Halle in einen Partyraum gedauert. Das Ergebnis ist düster, aber schick: ein schwarzer Raum mit elegantem, grün leuchtendem Rahmen an der Wand. Hinter dem Leuchtband verbirgt sich eine Steilbahn, auf der – wie auf einer Radrennbahn – Bernhard ein paar Runden mit dem Prototypen dreht. Zur kleinen Autoshow gibt es Butterfisch, Salat vom Oktopus und Himbeer-Mojito. Gefühlt sind hunderte von Dienstboten mit Speis und Trank im Gewühl unterwegs. Auch Horst Neumann ist da, Personalvorstand von VW, der mit dem Betriebsrat über den Abbau von mindestens 20 000 Arbeitsplätzen verhandelt. Spätestens im November soll eine Vereinbarung vorliegen, mit der VW die Arbeitskosten drücken und die Produktivität erhöhen will. Die Marke VW, der Bernhard vorsteht, verdient derzeit so gut wie kein Geld.

Doch allein mit Sparmaßnahmen, das wird an diesem Abend in Tempelhof klar, wird VW nicht profitabel. 20 neue Modelle kündigt Bernhard für die nächsten fünf Jahre an. Darunter eben auch den Scirocco, „eine Idee von Volkswagen, wie ein erschwinglicher Volkswagen aussehen könnte“. Die Idee ist nicht neu. In den 70ern eingeführt, verkaufte VW von Scirocco bis 1992 rund 800 000 Stück. Der Nachfolger Corrado floppte, jetzt gibt es einen neuen Versuch mit dem alten Namen. „Dieser Name musste einfach wiederkommen“, sagt Bernhard und möchte „das Lebensgefühl des Scirocco in die heutige Zeit übertragen“. Zum Beispiel mit der „klassischen Linie wie bei einem italienischen Sportwagen“ oder, von hinten betrachtet, mit „satten, breiten Schultern“. Alles in allem „das schärfste Auto, das VW je vorgestellt hat“. alf

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