Wirtschaft : Der Schweizer an der Spitze

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Die Deutsche Bank ist keine deutsche Bank mehr.“ Mit diesem Satz spielte der scheidende Vorstandssprecher Rolf E. Breuer bei seiner Verabschiedung am Mittwoch auf seinen Nachfolger an: Josef Ackermann (54) ist Schweizer und damit der erste Chef in der 132-jährigen Geschichte des Kreditinstituts ohne deutschen Pass. Auch wird auf der Visitenkarte des ehemaligen Top-Fünfkämpfers „Chairman“ stehen statt „Vorstandssprecher“ wie bei seinen Vorgängern. Neben dem Vorstand wird der promovierte Volkswirt Ackermann das wichtige neu geschaffene Executive Committee leiten.

Unter der Führung des von angelsächsichen Ideen geprägten (Investment-)Bankers wird sich entscheiden, ob die Deutsche Bank als einziges deutsches Finanzinstitut Anschluss an die globale Branchenspitze finden wird. Dazu muss der mächtigste Banker der Republik die Ertragskraft erhöhen, Kosten senken und die Marktkapitalisierung verbessern: „Unser Aktienkurs muss hoch, der Börsenwert ist zu niedrig“, sagt Ackermann, wohlwissend, dass sein Haus sonst selbst zum Übernahmekandidaten werden könnte.

Josef Ackerman, ein ausgezeichneter Sänger und Pianist, wurde bereits vor 20 Monaten zum Nachfolger von Breuer bestimmt, nachdem er die Fusion mit der Dresdner Bank platzen ließ. Schon als ihn Breuers Vorgänger Kopper 1996 in den Vorstand der Deutschen Bank holte, galt er als Kronprinz. Zuvor war der Arztsohn Präsident der Schweizerischen Kreditanstalt, der heutigen Credit Suisse. Er ist mit einer Finnin verheiratet und hat eine Tochter. Seine Wohnsitze sind Zürich, New York, London und Frankfurt. Als er am Mittwoch den Aktionären vorgestellt wurde, gelang ihm keine wirklich freundliche Miene – zu verantwortungsvoll ist die neue Position: Er soll Führungskultur und Strategie verändern. tia

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