Wirtschaft : Der seltsame Höhenflug der Schering-Aktie

Wert profitierte schon in der vergangenen Woche

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Berlin - Die Schering-Aktie hat in der vergangenen Woche eine spektakuläre Sonderentwicklung hingelegt. Entgegen der allgemeinen Entwicklung des Deutschen Aktienindex legte Schering zu - am Freitag kletterte die Aktie auf 66,86 Euro und damit auf ein neues Rekordhoch– und das, obwohl es nicht gerade eine Woche mit den besten Nachrichten war: Schließlich wurde bekannt, dass in den USA ein Konkurrenzprodukt zu Scherings Bestseller Betaferon wieder zugelassen werden soll.

Schon zum Wochenende hin war spekuliert worden, dass Schering von dem allgemeinen Übernahmeklima in der Branche profitiere, ohne allerdings selbst von konkreten Überlegungen betroffen zu sein. Ein Grund für den Kursanstieg wurde auch in einer aktuellen Pharma-Analyse des Investmenthauses Morgan Stanley gesehen, die für die Branche insgesamt eine positive Zukunft in Aussicht stellte. Morgan Stanley soll Schering bei den unerwünschten Übernahmeaktivitäten beraten. Spekuliert wurde auch darüber, ob Schering möglicherweise sein Ende Februar angekündigtes Aktienrückkaufprogramm gestartet habe. Schering hatte angekündigt, zwischen März und September dieses Jahres eigene Aktien im Wert von bis zu 500 Millionen Euro zurückzukaufen. Mit solchen Aktionen versuchen Unternehmen normalerweise Übernahmen abzuwehren. Die eigenen Aktien geben sie dann entweder an einen – erwünschten – Dritten, einen weißen Ritter, weiter, oder sie stoßen sie nach der Attacke wieder ab. Der Kursgewinn, der üblicherweise mit solchen Programmen verbunden ist, soll die freien Aktionäre bei der Stange halten und eine mögliche Übernahme teurer als geplant machen. Größter Einzelaktionär von Schering ist mit mehr als zehn Prozent heute die Allianz AG, deren erklärtes Programm es ist, sich von ihren Industriebeteiligungen zu trennen. uwe

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