Wirtschaft : Der Sportartikel-Hersteller Puma setzt auf den US-Markt DM

MÜNCHEN (cbu/tag/HB). Der Puma-Hauptaktionär New Regency, Los Angeles, denkt offenbar an einen Ausbau seiner Beteiligung an dem Sportartikel-Hersteller. "Regency ist mit unseren Fortschritten sehr zufrieden und ist eher daran interessiert, das Engagement aufzustocken", sagte der Vorstandschef der Puma AG, Jochen Zeitz, dem Handelsblatt. Regency werde aber nicht die Mehrheit übernehmen. Der US-Filmproduzent sehe die Puma-Beteiligung von derzeit 25,2 Prozent als strategisches Investment.Die erhofften Synergien mit Regency lassen derzeit aber noch auf sich warten. Zeitz kündigte an, dass jetzt zwei US-TV-Produktionen bei Regency in Arbeit seien, wo die Marke Puma gut vertreten sein werde. Profitieren will Zeitz auch vom Wechsel im Gesellschafterkreis von Regency. Warner hatte ein 20-Prozent-Paket an Fox Entertainment abgegeben. Rupert Murdochs News-Konzern besitzt damit über Regency indirekt fünf Prozent der Puma-Aktien. Seit Mai sitzt auch Peter Chernin, Präsident der Fox-Mutter News Corp., im Puma-Aufsichtsrat. Mit Fox gebe es Projekte im fortgeschrittenen Stadium, hieß es. Mit dem deutschen Murdoch-Sender tm3 kann sich Zeitz ebenfalls eine Kooperation vorstellen. Die Champions League lockt.Spätestens im Jahr 2003 will Puma die Umsatzschwelle von einer Mrd. DM erreichen. Für die Umsatzrendite vor Steuern peilt Zeitz dann fünf bis zehn Prozent an, also einen Gewinn von 50 bis 100 Mill. DM. Zufrieden zeigte sich Zeitz mit der Entwicklung im ersten Halbjahr 1999. Der Gewinn war um 74 Prozent und der Umsatz um 14 Prozent gestiegen. "Für den Gewinn hatten wir 30 Prozent weniger als das tatsächliche Ergebnis erwartet", sagte Zeitz. "Auch den Umsatzschub hatten wir erst für das dritte Quartal erwartet." Zeitz hält trotz der überplanmäßigen Entwicklung an seinem Ziel fest, den Gewinn 1999 mindestens zu verdoppeln und die Einnahmen um 15 Prozent zu steigern. 1998 musste Puma einen Gewinneinbruch von 73 Mill. DM (1997) auf nur noch sieben Mill. DM hinnehmen. Es sei noch nicht absehbar, wann das Unternehmen zum Gewinn-Niveau von 1997 zurückkehren werde, sagte Zeitz.Den seit längerer Zeit schwächelnden Aktienkurs erklärt der Puma-Chef zum Teil mit der weiterhin schwachen Entwicklung des Sportartikelmarkts. "Die institutionellen Anleger werden sich so lange zurückhalten, bis die Branche den Turn-around geschafft hat", meinte Zeitz. Das erste Puma-Halbjahr gebe aber Anlass zur Hoffnung.Höchste Priorität hätten für das Unternehmen momentan die USA, mit 50 Prozent Weltmarktanteil der wichtigste Sportartikelmarkt. Puma soll durch die Ausrüster-Verträge mit den Football- und Basketball-Ligen NFL und NBA als eine der drei Top-Marken in diesen Sportarten positioniert werden. Trotz der hohen Marketing-Investitionen wolle die US-Tochter im Jahr 2000 aus den roten Zahlen herauskommen. Der Umsatz werde dort 1999 wahrscheinlich von 45 auf über 70 Mill. Dollar steigen.

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