Wirtschaft : Der Sportartikelhersteller erwartet Umsatz- und Ergebniszuwachs

Der Sportartikelhersteller Puma will nach einem guten Jahr weiter voran sprinten und 2000 bei Umsatz und Gewinn zulegen. "Trotz des schwierigen Marktes erwarten wir eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent", sagte der Vorstandsvorsitzende der Puma AG Rudolf Dassler Sport, Jochen Zeitz, am Freitag in Herzogenaurach.

Das Plus sei vor allem im zweiten Halbjahr bei den europäischen Tochtergesellschaften und in den USA zu erreichen. Dazu sollen die gleich bleibend hohen Marketinginvestitionen in die Marke Puma von 16 Prozent des Umsatzes beitragen. Das Vorsteuerergebnis soll um zehn Prozent gesteigert werden.

Der viertgrößte Sportartikelhersteller Europas will seine Ausgaben für Sponsoring senken. "Wir müssen stattdessen die Markenpräsenz im Handel verbessern", sagte Zeitz. Dazu sollen neue Puma-Shops in den USA, mehr "Shop-in-Shops" sowie der elektronische Handel beitragen.

Puma setzt dabei ganz auf den Ausbau des Internethandels. Die Unternehmensstruktur soll in diesem Jahr stärker dezentralisiert werden. "Wir wollen das erste echte virtuelle Sportartikelunternehmen werden", sagte der Vorstandsvorsitzende. Strategische Planungseinheiten sollen künftig nicht nur in Deutschland in der Zentrale Herzogenaurach angesiedelt sein, sondern auch in den USA und Hongkong. Zudem werden strategische Partnerschaften erwogen.

"Auch in 1999 ist es Puma gelungen, seine Markenposition weiter auszubauen", sagte Zeitz. Das Unternehmen habe eine "solide finanzielle Basis" erreicht. 1999 vervierfachte der Sportartikelhersteller in einem "schwierigen und rückläufigen Markt" sein Ergebnis vor Steuern im Vergleich zu 1998 auf 28,16 (Vorjahr: 6,65) Millionen Mark (14,30 Millionen Euro).

Der Konzerngewinn stieg von 7,9 Millionen Mark auf 18,7 Millionen Mark (9,5 Millionen Euro). Mit Zuwächsen in den USA und in Europa baute Puma seinen konsolidierten Umsatz um 23,2 Prozent auf 728,9 Millionen Mark aus. Dabei wurde aber erstmals die britische Tochtergesellschaft Puma UK konsolidiert, ohne die die Erlöse um acht Prozent stiegen.

Beim Vergleich mit dem Vorjahr ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Konzerngewinn von Puma 1998 wegen Restrukturierungen und Sonderaufwendungen von 67,7 Millionen Mark 1997 auf 7,9 Millionen Mark eingebrochen war. Für 1999 wird der Vorstand der Hauptversammlung am 23. Mai wie im Vorjahr eine Dividende von 0,20 Mark je Fünf-Mark-Aktie vorschlagen. Nach Bekanntgabe der Zahlen stieg der Kurs der im M-DAX notierten Aktie am Freitag zur Kasse um 0,40 Euro auf auf 21 Euro.

Wichtigster Wachstumsträger des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach war 1999 der Textilbereich (plus 62 Prozent), auf den 37 Prozent des Umsatzes entfallen. Sportschuhe machen mit 56 Prozent den größten Anteil des Umsatzes aus. Einschließlich der Lizenzerlöse erhöhten sich 1999 die weltweiten Markenumsätze um 10,4 Prozent auf fast 1,4 Milliarden Mark.

Puma legte in den USA am stärksten zu

Unter den Regionen erzielten die Tochtergesellschaften in Frankreich und Italien die deutlichste Steigerung bei Umsatz und Ertrag. Die Region Westeuropa legte - vor allem durch Großbritannien - um 28,5 Prozent zu. In Deutschland sanken die Umsätze um 9,5 Prozent auf Grund einer Bereinigung der Vertriebskanäle und der Produktpalette.

In den Vereinigten Staatehn, wo Konkurrenten zum Teil schwere Einbrüche erlitten, verbuchte Puma das stärkste Plus. Der Umsatz wuchs um 40,4 Prozent auf 84,8 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl stieg 1999 im Jahresdurchschnitt weltweit um 234 auf 1383, davon arbeiten 430 in Deutschland. 1998 waren es 459.

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