Wirtschaft : Der starke Euro setzt Airbus unter Druck

Neuer Konzernchef Gallois will Sparprogramm trotzdem nicht verschärfen

München - Ein Jahr nach Verkündung des Sanierungsprogramms „Power 8“ sieht sich der europäische Rüstungs- und Flugzeugbaukonzern EADS wieder auf Kurs. „Ich bin sehr optimistisch, obgleich ich die Herausforderungen kenne, die wir bestehen müssen“, sagte der Chef des Airbus-Mutterkonzerns, Louis Gallois, der Deutschen Presse-Agentur. Nach Abschaffung der Doppelspitze mit einem französischen und einem deutschen Vorstandschef und weiteren Umstrukturierungen sei EADS nun ein normal geführtes Unternehmen. „Jetzt müssen wir uns auf das Geschäft konzentrieren.“

Der Konzern war vor allem wegen Verzögerungen beim neuen Riesen-Airbus A 380 in die Krise geraten. Als Konsequenz aus den Problemen und Einnahmeverlusten in Milliardenhöhe will sich EADS von rund 10 000 Arbeitsplätzen und mehreren Werken trennen. Der Franzose Gallois ist nun alleiniger Konzernchef, der Deutsche Thomas Enders kümmert sich um Airbus. „Wir sehen, dass die Dinge gut laufen“, sagte Gallois. EADS verschwende keine Energien mehr mit internen Auseinandersetzungen, sondern könne seine Stärken ausspielen.

Das Marktumfeld sei vor allem wegen der Dollarschwäche rau. Der Konzern sei aber bis ins Jahr 2010 hinein gegen die Währungsrisiken gut abgesichert und müsse das Sparprogramm nicht verschärfen. Gallois sieht auch keinen Grund, den Ausblick für 2007 zu ändern: „Die Prognose bleibt unverändert.“ Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und Sonderposten soll sich auf dem Vorjahresniveau von rund 400 Millionen Euro bewegen. Beim Umsatz erwartet EADS einen Rückgang im einstelligen Prozentbereich. Auf lange Sicht könne der schwache Dollar jedoch Handlungsbedarf fordern, sagte Gallois. Die Wechselkursentwicklung ist besonders für die Airbus- Tochter problematisch: Die wichtigste Sparte des Konzerns produziert vorwiegend im Euro-Raum, Flugzeuge werden international aber in Dollar abgerechnet.

Beim Verkauf von Airbus-Werken werde EADS nicht nur nach der Höhe der Angebote entscheiden, sagte Gallois. Verhandelt werde auch über die Preise für spätere Zulieferungen dieser Werke an Airbus sowie über eine Risikobeteiligung an der zehn Milliarden teuren Entwicklung des neuen Langstreckenfliegers A 350, mit dem Airbus dem „Dreamliner“ von Boeing Konkurrenz machen will. EADS will sich von sechs der 16 Airbus-Werke sowie dem EADS-Standort Augsburg trennen, der vor allem Airbus zuliefert. dpa

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