Wirtschaft : Der Strom macht die Konzerne reich Studie: Gewinne seit 2002 verdreifacht

Berlin - Die vier Stromkonzerne RWE, Eon, Vattenfall und EnBW haben einer Studie zufolge ihre Gewinne durch Erhöhung der Kundenpreise in fünf Jahren verdreifacht. Zwischen 2002 und 2007 verdienten die Unternehmen insgesamt 80 Milliarden Euro, wie die Bundestagsfraktion der Grünen am Montag unter Berufung auf eine für sie verfasste Studie mitteilte. Die Konzerne wiesen den Vorwurf der Preistreiberei zurück.

Ohne Steuern und Abgaben sei Strom in Deutschland zwischen 2000 und 2008 um 51 Prozent teurer geworden, teilte die Grünen-Fraktion mit Verweis auf die Studie der Hochschule für Wirtschaft und Technik des Saarlandes mit. Allein 2008 stieg demnach der Strompreis um rund 6,5 Prozent. Und für Januar und Februar 2009 hätten 480 deutsche Stromanbieter weitere Preiserhöhungen um durchschnittlich 8,4 Prozent angekündigt. Von dem neuen Anstieg seien insgesamt 50 Millionen Bundesbürger betroffen.

Die vier deutschen Stromkonzerne konnten ihre Gewinne 2008 in den ersten neuen Monaten im Schnitt um elf Prozent steigern, heißt es in der Studie. Der Grünen-Energieexperte Hans-Josef Fell forderte von den Konzernen, angesichts sinkender Preise für Energierohstoffe auch die Preise für Stromkunden zu senken.

Der Energiekonzern Eon wies die Studie als „klar erkennbare Auftragsarbeit“ zurück. Tatsächlich sei Strom in Deutschland seit der Liberalisierung des Marktes 1998 nicht teurer geworden, betrachte man nur den reinen Erzeugerpreis ohne Steuern und Abgaben. AFP

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