Der Tag an der Börse : Gewinnmitnahmen dämpfen die Stimmung im Dax

Enttäuschende Konjunkturdaten und Gewinnmitnahmen haben für einen relativ lustlosen Handel an der Frankfurter Börse gesorgt. Ein optimistischer Ausblick veranlasste die Anleger vor allem bei Adidas zu Käufen.

Trotz mehrerer starker Quartalsbilanzen hat der Dax am Donnerstag kaum verändert geschlossen. Vor allem die schwachen Konjunkturaussichten enttäuschten die Anleger, so dass der Leitindex nur um minimale 0,04 Prozent auf 7376 Punkte zulegte. Der M-Dax verlor sogar 0,4 Prozent auf 10 541 Punkte, der Tec-Dax sank um 0,3 Prozent auf 914 Punkte.

Die deutlich höheren US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und das überraschende Auftragsminus der deutschen Industrie im März hätten die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, sagte ein Händler. „Hinzu kommt, dass wir zuletzt unglaublich hoch gelaufen sind, da streichen viele Investoren gerade ihre Gewinne ein“, fügte er hinzu. Die jüngste Aktien-Rally war in den vergangenen Tagen ins Stocken geraten, nachdem der Dax seit Mitte März gut 1000 Punkte zugelegt hatte.

„Die Berichtssaison läuft zwar weiter sehr gut, aber die Kernfrage lautet nun: Kann es noch besser werden?“, fragte Chefhändler Matthias Jasper von der WGZ Bank. Am Markt herrsche derzeit erhöhte Vorsicht, die Stimmung habe sich kurzfristig stark eingetrübt.

Kaum Einfluss auf den Aktienmarkt hatte die Entscheidung der EZB, nach der Zinserhöhung im April eine Pause einzulegen. Die Währungshüter beließen den Leitzins wie erwartet bei 1,25 Prozent.

Klarer Favorit im Dax waren nach Zahlenvorlage die Aktien von Adidas, die um 7,3 Prozent in die Höhe schnellten. Europas größter Sportartikelhersteller hatte nach einem starken Jahresauftakt seine Umsatzprognose erhöht. Die bereits am Vorabend bekanntgegebenen Zahlen der Lufthansa fielen gemischt aus. Die Titel stiegen um 1,2 Prozent.

Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement konnte im Auftaktquartal 2011 zwar seinen Erholungskurs fortsetzen, doch litt das Papier Börsianern zufolge unter Aussagen des Konkurrenten Lafarge. Der französische Wettbewerber senkte nach einem Gewinnrückgang seine Jahresprognose für die weltweite Zementnachfrage. Die Heidelberg-Cement-Aktien fielen um 2,5 Prozent.

Angesichts der Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur haben Anleger ihren Rückzug von den Rohstoff-Märkten beschleunigt. Der Preis für die Ölsorten Brent und WTI fiel um mehr als acht Prozent auf 111,19 beziehungsweise 100,05 Dollar je Barrel. Der Silber-Kurs brach sogar um bis zu neun Prozent auf 35,64 Dollar je Feinunze ein.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 3,12 (Mittwoch: 3,09) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,14 Prozent auf 121,28 Punkte. Der Bund Future aber stieg um 0,52 Prozent auf 123,12 Punkte. Der Kurs des Euro fiel nach der Zinsentscheidung deutlich und notierte zuletzt bei 1,4584 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs noch auf 1,4814 (Mittwoch: 1,4882) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6750 (0,6720) Euro. Tsp

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