Wirtschaft : Der Tagesspiegel

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Das wird Rivaldo wieder weh tun. Umgerechnet 8000 Euro muss der Fußball-Millionär für seine Schauspielerei im Spiel gegen die Türkei zahlen. Der brasilianische Nationalspieler Rivaldo war kurz vor dem Abpfiff spektakulär zu Boden gestürzt, nachdem ihm sein Gegner Hakan Ünsal vor einer Ecke für Brasilien den Ball gegen den Oberschenkel geschossen hatte. Ünsal, der vorher bereits verwarnt worden war, sah vom südkoreanischen Referee Kim Young-Jo die Gelb-Rote Karte und musste das Feld verlassen. Nun wollte der Weltfußballverband Fifa ein Zeichen setzen, ließ dann aber Milde walten. Für seine unrühmliche Simulation wurde Rivaldo mit einer Geldbuße belegt, nicht aber – wie neuerding auch möglich – für ein Spiel gesperrt. „Die Medien haben Druck gemacht und eine Strafe gefordert. Ich weiß nicht warum und habe mir nichts vorzuwerfen“, sagte Rivaldo (im Bild oben beim Krafttraining). „Es ist passiert und es wird weiter passieren. Es war für mich eine ganz normale Sache.“ Auch seine brasilianischen Teamkollegen halten den ganzen Trubel um die Theater-Vorstellung Rivaldos für überzogen. „Ich verstehe die Aufregung nicht“, sagte Roberto Carlos. Süffisant fügte er hinzu: „Der Betrag ist nichts. Den kann er bezahlen.“. Auch Stürmer Denilson befand: „Fußball ist so. Man muss versuchen, von den Fehlern des Gegners zu profitieren.“ Eigenwillig auch seine Einschätzung seiner türkischen Gegner: „ Die Asiaten sind in diesem Geschäft noch zu naiv.“ Mit dem Urteil hatte diese Weltmeisterschaft eine weitere Premiere. Bisher waren Schauspieler auf dem Fußballplatz weder abgemahnt noch bestraft worden. Ob Rivaldo aber tatsächlich die Geldbuße von seinem Konto bezahlen muss, wird im Umfeld der brasilianischen Mannschaft stark angezweifelt. In den meisten Fällen soll bei Vergehen der Nationalspieler der Verband großzügig eingesprungen sein. Der Simulant hatte nach seinem unrühmlichen Auftritt kaum Reue gezeigt. „Ich habe überzogen reagiert, damit er die Rote Karte bekommt. Ich glaube, Ünsal ist zu Recht vom Platz gestellt worden“, sagte Rivaldo über den Vorfall. Dabei hatte die Fifa schon vor der WM in Japan und Südkorea deutlich gemacht, dass sie Schauspielerei diesmal nicht tolerieren wird. „Wir geben da kein Pardon“, sagte Keith Coopervon der Fifa. Damit hatte er auch Franz Beckenbauer auf seiner Seite: „So etwas wollen wir bei einer WM nicht sehen“, sagte der Organisationschef für die WM 2006. Foto: dpa

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