Wirtschaft : Der Technologie-Konzern will weltweit die Führung übernehmen - neuer Rekordgewinn für 1999

Der weltweit operierende Technologie-Konzern ABB bleibt auf Expansionskurs: Nach einer Umsatzsteigerung von vier Prozent auf 24,7 Milliarden Dollar (25,4 Milliarden Euro) und einer Erhöhung des Reingewinns um 24 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,64 Milliarden Euro) rechnet Asea Brown Bovery auch in Zukunft mit einem starken Wachstum. Das sagte der Präsident des schwedisch-schweizerischen Unternehmens, Göran Lindahl, am Donnerstag bei Vorlage der Jahresergebnisse 1999 am Konzernsitz in Zürich. Die Dividende pro Aktie soll von 2,47 auf drei Franken angehoben werden.

"Wir bauen einen neuen ABB-Konzern auf, der in dieser neuen Welt eine Führungsposition einnimmt", sagte Lindahl vor Journalisten. Das Unternehmen werde dort expandieren, wo eine Führungsrolle möglich sei, und sich von anderen Bereichen trennen. Die Ergebnisse 1999 mit dem neuen Rekordgewinn (nach Steuern) zeigen nach Worten Lindahls, dass ABB auf dem richtigen Kurs sei. In den kommenden vier Jahren peilt der Konzern eine Umsatzsteigerung von jeweils sechs bis sieben Prozent an, in der Sparte Stromverteilung sogar um je zehn Prozent.

Der Konzerngewinn hat sich nach Darstellung von Lindahl vor allem durch die Übertragung eines Großteils der Stromerzeugungsaktivitäten an das neu gegründete Joint Venture mit Alstom (Frankreich) verbessert. Die ABB hat 1999 mit der Übernahme der Elsag Bailey Process Automation ihren Wandlungsprozess fortgesetzt. Mit dem Erwerb von Elsag Bailey wurde ABB Marktführer in der Automatisierungsindustrie, sagte der Konzernchef. Eine Vereinbarung über die Veräußerung des Nukleargeschäfts an die britische BNFL muss von den zuständigen Behörden noch genehmigt werden. Nach Einführung der neuen Einheitsaktie, die die bisherige komplizierte Aktienstruktur ersetzt, bereitet das Unternehmen seinen Börsengang in den USA vor. Der Gewinn pro neuer Aktie, die seit Ende Juni an den Börsen in Zürich, Frankfurt, London und Stockholm gehandelt wird, erhöhte sich 1999 auf 5,38 Dollar (Vorjahr: 4,35 Dollar).

ABB beschäftigte Ende vergangenen Jahres 164 154 Mitarbeiter. Das waren 35 078 weniger als Ende 1998. Unter Herausrechnung der zum Joint Venture ABB Alstom Power gehörenden Mitarbeiter ergab sich allerdings eine leichte Stellenzunahme, Der Konzern setzt für seine Wachstumsziele vor allem auf die weltweite Konjunkturverbesserung, auch in Asien.

Die Umsatzsteigerung ging auf das Geschäft in Europa (plus 631 Millionen auf 14,03 Milliarden Dollar) sowie in Nord- und Südamerika (plus 420 Millionen auf 5,79 Milliarden Dollar) zurück. In Asien und Afrika gab es einen leichten Rückgang. Der Auftragseingang 1999 belief sich auf rund 12,6 Milliarden Dollar (25,4 Milliarden Mark), wobei die Sparten Automatisierungstechnik, Gebäudetechnik und Stromverteilung am kräftigsten zulegten.

Der Technologie-Konzern hat im vergangenen Jahr 8,4 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert, vor allem in Nano-Technologien auf Molekularebene, voll automatisierte Fertigungsprozesse und leistungsstarke Hochspannungshalbleiter.

Als langfristige Ziele nannte der ABB-Vorsitzende unter anderem die Optimierung der Bereiche Stromübertragung und Stromverteilung. Die Outsourcing-Aktivitäten von Kunden sollen unterstützt werden. Dazu gehören für Lindahl vor allem die Bereiche Service-Leistungen und Aufrüstungen. Außerdem sollen die Hochspannungstechnologien ausgeweitet werden, Stromnetze und -handelssysteme ausgebaut werden.

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