Wirtschaft : Der US-Flugzeugriese schlägt zurück (Kommentar)

Thomas Magenheim

Der US-Flugzeugriese Boeing schlägt zurück. Nachdem die Amerikaner gegen ihren Konkurrenten Airbus zuletzt Marktanteile verloren haben, wollen sie sich ihr letztes Trumpfas, den Jumbojet, von den Europäern nicht kampflos aus der Hand nehmen lassen. Dieses größte Passagierflugzeug ist enorm wichtig, weil der Konzern aus Seattle in diesem Spitzensegment bislang allein vertreten ist und die Monopolgewinne der 747 benutzen konnte, um den transatlantischen Preiskrieg um die Gunst der Flugzeuggesellschaften zu subventionieren. Schon allein deshalb muss Airbus für Waffengleichheit sorgen und einen eigenen Superjumbo bauen. Deswegen musste Boeing nun auch kontern und seinerseits nachrüsten. Ein neues Flugzeug wird aus der 747 damit aber nicht. Deren Technologie ist 30 Jahre alt und kann gegen einen völlig neu konstruierten Jet wie die A 3XX nicht bestehen. Branchenkenner rechnen damit, dass auch die Amerikaner um einen echten Neubau nicht herumkommen werden, wenn die A 3XX konkrete Formen annimmt. Die jetzigen Boeing-Pläne sind für den europäischen Jumbo also vorerst keine Gefahr. Die lauert allerdings vor der eigenen Haustür. Erst vor kurzem wurden die Pläne für die A 3XX um ein Jahr gestreckt. Begründet wurde das mit noch fehlender Nachfrage. Andererseits ist Europas Luft- und Raumfahrtindustrie derzeit vor allem mit ihrer Selbstfindung beschäftigt, mit Fusionen, Allianzen und der Politik. Der A 3XX droht vernachlässigt zu werden. Zu einem Rivalen für den Jumbo kann er aber nur werden, wenn er auch gebaut wird und kein Papierflieger bleibt.

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