Wirtschaft : Der Vize rückt an die Spitze von Ford Mattes folgt Zimmermann

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   Köln (dpa). Der Kölner Autobauer Ford setzt auf Kontinuität: Nach dem überraschenden Rücktritt von Vorstandschef Rolf Zimmermann soll sein bisheriger Stellvertreter Bernhard Mattes das Steuer übernehmen. Auf diese Lösung habe sich der Aufsichtsrat in internen Beratungen geeinigt, hieß es am Montag aus Unternehmenskreisen. Offiziell soll Mattes am Donnerstag zum Nachfolger gekürt werden. Der 46-jährige Vorstand für Verkauf und Marketing gilt als rechte Hand von Zimmermann. Dieser verlässt die deutsche Tochter des US-Autoriesen aus persönlichen Gründen. Mattes hatte 17 Jahre für BMW gearbeitet, bevor er Ende der 90er Jahr zu Ford kam. Händler und Mitarbeiter berichten, er habe in den vergangenen drei Jahren viel Vertrauen für seine Vertriebs- und Modellstrategien aufgebaut.

Zimmermann hatte im November 1998 den schwierigen Job an der Spitze der Auto-Schmiede übernommen. Er schaffte es, die Verluste der Ford-Werke AG im dreistelligen Millionenbereich schnell zu drosseln. Damit habe er die Ziele erreicht, die er sich gesetzt habe, begründete Zimmermann in einem Zeitungsinterview seinen Rückzug. „Vor vier Jahren hat niemand mehr etwas auf Ford gegeben, heute sind wir wieder erstarkt. Aber jetzt möchte ich ein neues Leben führen“, sagte der 55-Jährige der „Bild am Sonntag“. Zimmermann, der einen Vertrag bis Oktober 2003 hatte, ist auch Vize-Präsident der US-Mutter Ford Motor Company .

   Ford hatte im ersten Halbjahr 2002 den Gewinn vor Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 54 Millionen Euro fast verdoppelt. Der Umsatz war in einem rückläufigen Markt und wegen der Produktionsumstellung auf den neuen Fiesta leicht auf acht Milliarden Euro gesunken. Im Geschäftsjahr 2001 lag der Umsatz bei 16,3 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr wurden 525 000 Autos (minus 73 000) gebaut. Der Marktanteil in Deutschland stieg auf 8,8 Prozent. Ford beschäftigt knapp 37 900 Mitarbeiter.

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