• Der Vorstoß in die erste Liga der Anlage-Manager soll mit der Übernahme eines US-Vermögensverwalters gelingen

Wirtschaft : Der Vorstoß in die erste Liga der Anlage-Manager soll mit der Übernahme eines US-Vermögensverwalters gelingen

Der Versicherungs-Konzern Allianz will möglichst rasch einen großen US-Vermögensverwalter übernehmen. Mit mehreren Adressen würden derzeit Gespräche laufen, bestätigte ein Allianz-Sprecher am Dienstag in München. "Der Ausgang ist aber noch offen", betonte er. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe) sollen die Übernahme-Verhandlungen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nach zahlreichen Gesprächen habe sich der Kreis der Kandidaten auf drei bis vier Unternehmen eingeengt, berichtete das Blatt unter Berufung auf Wall-Street-Kreise. Auf der Wunschliste der Allianz stünden unter anderem die Investment-Verwalter Pimco Advisors, Franklin Resources und John Hancock. An der Börse gab die Allianz-Aktie zwischenzeitlich bei einem allgemeine Abwärtstrend des Deutschen Aktienindex um rund 0,5 Prozent auf 266,70 Euro nach.

Die Allianz verwaltet nach eigenen Angaben aktuell rund 716 Milliarden Mark an Vermögen. Mit jedem der drei Übernahme-Kandidaten würde der Versicherungs-Konzern in die Riege der weltweit führenden Anlage-Manager aufsteigen. Schon seit langem betont Vorstandsvorsitzender Henning Schulte-Noelle, dass sich die Allianz sowohl im Asset Management als auch in der Sparte Lebensversicherungen international verstärken will. Besonders im Visier ist dabei der US-Markt.

Bereits vor einigen Monaten waren in der Branche und an der Börse Gerüchte über ein mögliches Interesse der Allianz an Pimco, einer der weltgrößten Anleihe-Firmen, aufgetaucht. Diese Spekulationen hatten den Aktienkurs der amerikanischen Gesellschaft nach oben getrieben. Einem Einstieg der Allianz bei der kalifornischen Pimco, Newport Beach, werden laut "FAZ" die größten Chancen für ein Zusammengehen mit dem deutschen Konzern zugeschrieben. An der Börse ist die gesamte Gruppe unter der Pimco Advisors Holding L.P. aktuell gut vier Milliarden Dollar wert.

Zur Jahresmitte verwaltete Pimco Advisors rund 225 Milliarden Dollar (rund 423 Milliarden Mark) an Vermögen. Mit Pimco-Mitbegründer Bill Gross verfügt die Gesellschaft über den wohl angesehensten amerikanischen Anleihefonds-Manager. Der Pimco Total Return Fund ist der weltgrößte Anleihefonds.

Der weitere mögliche Kandidat Franklin verwaltet laut "FAZ" insgesamt rund 223 Milliarden Dollar. Mit einer Bewertung von 7,7 Milliarden US-Dollar ist er der größte börsennotierte Vermögensverwalter in den Vereinigten Staaten. Der dritte Kandidat auf der Wunschliste der Allianz, Hancock, solle bis zum kommenden Frühjahr an die Börse gebracht werden, heißt es in dem Bericht weiter. Zur Jahresmitte 1999 verwaltete Hancock dem Bericht zufolge ein Vermögen von etwa 130 Milliarden Dollar.

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