Wirtschaft : Der Westen will mehr Öl von der Opec Preis so hoch wie zuletzt vor 14 Jahren

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London/Paris/New York Der Ölpreis bleibt hoch. Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kletterte am Donnerstag um 0,63 Prozent auf 38,14 US-Dollar. In den vergangenen Tagen ist der Ölpreis damit auf den höchsten Stand seit der Kuwait-Krise im Herbst 1990 gestiegen. An der New Yorker Terminbörse Nymex legte Rohöl sogar um 2,4 Prozent auf 41,50 Dollar je Barrel zu. Dort hatte der Preis am vergangenen Montag mit 41,55 Dollar einen Rekord erreicht.

Die hohen Preise basieren auf dem konjunkturellen Höhenflug in den USA und Asien, niedrigen Reserven, der Furcht vor Terroranschlägen im Irak und in anderen Ländern des Nahen Ostens mit möglichen Lieferunterbrechungen, fehlenden Raffineriekapazitäten in den USA sowie Spekulationen an den Warenterminmärkten. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte in diesem Jahr mit Förderkürzungen mit zu dem rasanten Preisanstieg beigetragen.

Die Industrieländer drängen die Opec jetzt lautstark auf Produktionssteigerungen. Es solle verhindert werden, dass die hohen Öl- und Benzinpreise die Konjunktur abwürgen. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) forderte mit Blick auf das informelle Treffen der Opec-Minister am Wochenende wegen der Turbulenzen auf dem Ölmarkt eine klare Strategie der Opec. Diese müsse erklären, wie sie den Ölmarkt in den kommenden Wochen und Monaten ausreichend mit Öl versorgen wolle, sagte IEA-Chef Claude Mandil am Donnerstag in Paris.

Trotz des ölbedingten Preisanstiegs in der Eurozone hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor übereilten Eingriffen gewarnt. „Es wäre der größte Fehler, wenn die Europäische Zentralbank eine Belebung mit höheren Zinsen wieder zum Erliegen bringt, noch bevor der Aufschwung richtig begonnen hat“, warnte Gustav Horn, Leiter der Konjunkturabteilung. Die jährliche Inflationsrate im Euroland hat bereits im April auch auf Grund der steigenden Energiepreise die Warnschwelle der Währungshüter von zwei Prozent erreicht, nach 1,7 Prozent im März. „Die Ölpreise sind ein Reflex der guten Weltkonjunktur. Nur weil wir weltweit so eine hohe Nachfrage haben, sind die Preise so stark gestiegen“, erläuterte der Experte. dpa

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