Wirtschaft : Desertec bekommt vier neue Mitglieder

München - Nach langen Verhandlungen nimmt die anfangs von deutschen Unternehmen dominierte Wüstensolarstrominitiative Desertec vier weitere Gesellschafter aus dem Ausland auf. Der Beitritt von Enel aus Italien, RED aus Spanien, Nareva aus Marokko und Saint-Gobain Solar aus Frankreich sei ein wichtiger Schritt zur Internationalisierung, sagte der Chef der Industrieinitiative, Paul van Son. Zudem stehe Desertec mit einem Unternehmen aus Tunesien in fortgeschrittenen Verhandlungen.

Desertec ist das derzeit wohl ambitionierteste Infrastrukturprojekt weltweit. Ziel ist der Bau großer solarthermischer Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten, die bis 2050 mindestens 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken sollen. Das Investitionsvolumen wird auf 400 Milliarden Euro geschätzt. Die Initiative war im Sommer 2009 von zwölf Gesellschaftern in München gegründet worden. Aus Deutschland waren unter anderem Munich Re, Siemens, die Deutsche Bank, RWE und Eon von Anfang an dabei.

Die Aufnahme neuer Gesellschafter ist heikel. Angesichts des immensen öffentlichen Interesses standen Unternehmen aus dem In- und Ausland Schlange. Aber die Abstimmung der Partner ist schon jetzt komplex. Daher soll der Kreis der Gesellschafter überschaubar bleiben.

Nach den aktuellen Beitritten gehören der Initiative 16 Unternehmen an. Durch die Aufnahme von Nareva wird die Mitsprache der Produzentenländer in Nordafrika gestärkt. Enel kann Erfahrungen mit einem kombinierten Flüssigsalz-Solar- und -Gaskraftwerk einbringen. Saint- Gobain Solar entwickelt Spiegel für solarthermische Kraftwerke. ax (HB)

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