Wirtschaft : DeTe-Immobilien hat neue Pläne in Berlin

BERLIN (ball).Was haben zwei Stauwehre, drei Windkraftanlagen und 127 Bunker gemeinsam? Ihren Besitzer: Die DeTe-Immobilien.Die Tochter der Telekom ist einer der größten Immobilienservice-Unternehmen Deutschlands und stellt nach Projekten in Frankfurt / Main, Düsseldorf und Köln heute ihr erstes Bauprojekt im Herzen Berlins, an der Französischen Straße 33 a-c vor.Über die Details des Vorhabens hüllt sich die DeTe-Immobilien eisern in Schweigen.

Neben den Neubauten hat sie auch sonst genug zu tun: Sie muß Lösungen für 32 000 Immobilien des ehemaligen Telefon-Monopolisten finden, von "Filetgrundstücken" bis zu "Altlasten".Das beschäftigt sie an mehreren Fronten: Bei der Verwertung freiwerdender Liegenschaften - die verlassen wurden, weil sich die Telekom aufs Kerngeschäft konzentriert -, bei der Optimierung genutzter, aber verschwenderisch zugeteilter Gewerbeflächen und beim Personalabbau in den eigenen Reihen.

"Derzeit zählt die DeTe-Immobilien 10 500 Mitarbeiter.Zum Jahresende schmelzen wir diese Zahl auf gut 10 000 ab", sagt Frerich Görts, Vorsitzender der Geschäftsführung von DeTe-Immobilien.Als die Telekom vor zwei Jahren ihre Tochter gründete, war von vornherein auch klar, daß das neue Unternehmen vom Start weg mit deutlichem Personalabbau beginnen mußte.Und, wie es sich für privatisierte Staatsunternehmen geziemt, handelten die Tarifpartner sozialverträgliche Pläne aus: Kündigungen gibt es nicht.Dafür aber Anreize, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen, den Rest besorgt die "natürliche Fluktuation".Ob die behutsame Rationalisierung der Wirtschaftlichkeit der DeTe-Immobilien zuträglich ist, istnicht abschließend zu sagen: Umsatzzahlen veröffentlicht die Konzern-Tochter nicht.

Wichtigster Auftraggeber ist und bleibt die Konzernmutter Telekom.Das bedeutet vor allem Verwaltung, zum kleinen Teil aber auch die Entwicklung und Vermarktung von 56 Mill.Quadratmetern Grund und Boden sowie 17 Mill.Quadratmetern Gebäudefläche.Außerdem managt sie rund 2 Mill.Quadratmeter angemietete Büro- und Gewerbeflächen - und Fremdaufträge.Allein hier mußte das Unternehmen seinen Optimismus aus Gründungszeiten dämpfen: Nur noch etwa 10 Prozent des Gesamtumsatzes sollen mit "Drittkunden" gemacht werden, um so Arbeitsplätze zu sichern."Wir werden länger brauchen, hier unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen", räumt Frerich Görts ein - der stagnierende Markt erhöhe den Wettbewerb unter Immobilienverwaltern und -entwicklern.

Ein Anfang ist aber gemacht: Den größten "Fremdauftrag" beziffert DeTe-Immobilien-Sprecher Roland Flier mit 30 Mill.DM.Diese Summe bringe die Vernetzung von 46 amerikanischen Schulen in Deutschland.Außerdem geht DeTe-Immobilien für den Autovermieter Hertz auf die Suche nach 150 neuen Standorten; sie verwaltet 30 Hotels der Astron-Kette; und managt die Tankstellen-Verkaufsshops vom Mineralölkonzern Shell.

Für die Konzernmutter übernimmt die DeTe-Immobilien vieles: von der "Hausorganisation" bis zur Entwicklung ganzer Blöcke.Wie sich die DeTe-Immobilien auf dem Markt bewährt, beobachtet die Branche mit einer Mischung aus Gelassenheit und Neugierde.Wettbewerbsfähigkeit wird dem Rivalen vornehmlich bei der Vernetzung von Gebäuden und deren "Fernsteuerung" zugesprochen.Im digitalen Zeitalter lassen sich moderne Büro- und Geschäftshäuser elektronisch "fernlenken" - sogar Fenster öffnen und Licht ausknipsen.Hier bietet das Unternehmen die Dienste seiner 108 Service-Center an, davon eins in Nürnberg, das rund um die Uhr geöffnet ist.

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