Wirtschaft : Deutlich mehr Reisende buchen bei Tui

Philip Volkmann-Schluck

Berlin - Ein deutlicher Anstieg der Urlauberzahlen hat beim Reise- und Schifffahrtskonzern Tui AG im zweiten Quartal 2005 zu hohen Zuwächsen geführt. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn vor Steuern und Abschreibungen (EBTA) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 140 Millionen Euro, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Die Buchungslage für die kommenden Monate sei deutlich besser als im Vorjahr, hieß es bei der Tui. Der Marktführer konnte diesen Sommer höhere Preise als im Vorjahr durchsetzen. Für die Wintersaison sollen die Preise stabil bleiben. Die Börse reagierte kühl auf die jüngsten Zahlen. In Frankfurt am Main fiel die Aktie bis zum Börsenschluss am Donnerstag um 1,5 Prozent auf 21,65 Euro.

„Wenn die Entwicklung anhält, ist für das Geschäftsjahr 2005 ein Anstieg des Touristik-Ergebnisses im zweistelligen Bereich möglich“, sagte Michael Frenzel, Vorstandsvorsitzender der Tui. Nach Ansicht von Hartmut Moers, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim, ist es für diese optimistische Prognose jedoch noch zu früh. „Entscheidend ist jetzt, ob im dritten Quartal die erwarteten Gewinne auch tatsächlich eingefahren werden“, sagte er dem Tagesspiegel.

Trotz Terrorwarnungen und Konsumschwäche sind im ersten Halbjahr 2005 knapp zehn Millionen Touristen mit Tui verreist. Die Zahl der Reisegäste stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 9,55 Millionen, der Umsatz um 5,2 Prozent auf sechs Milliarden Euro. Erstmals wurden die Ergebnisse der zur Tui gehörenden Fluggesellschaften Hapag-Lloyd Express (HLX) und Thomsonfly in diesen Zahlen berücksichtigt. Experten kritisierten, dass der Erlös von Flugzeugverkäufen in den gesteigerten Umsatzzahlen enthalten sei.

In der Schifffahrt stieg der Umsatz um 13,8 Prozent auf 765 Millionen Euro. Für den Billigflieger HLX erwartet Tui in diesem Jahr erstmals ein ausgeglichenes Ergebnis, für 2006 dann einen Gewinn. Die Nettoschulden des Konzerns will Tui wie geplant bis Jahresende von aktuell drei Milliarden auf zwei Milliarden Euro senken.

Aufgrund von Vorleistungen wird im stark saisonal geprägten Reisegeschäft ein großteil der Gewinne traditionell erst im ab dem dritten Quartal eingefahren. Auch deshalb schloss Tui unter dem Strich das erste Halbjahr mit einem Verlust von 98 Millionen Euro ab, im Vorjahr waren es noch 118 Millionen Euro gewesen.

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