Wirtschaft : Deutsch-polnischer Grenzverkehr soll zügiger fließen

FRANKFURT (ODER) .Der grenzüberschreitende Verkehr in der Oderregion muß nach Ansicht deutscher und polnischer Fachleute flüssiger rollen.So sollte zum Beispiel der Grenzübergang Küstrin-Kietz auch für Laster mit einem Gesamtgewicht von bis zu 7,5 Tonnen durchgängig nutzbar sein, meinte Karl-Heinz Boßan, Vorsitzender des Frankfurter Instituts für umweltorientierte Logistik, am Freitag in der Oderstadt.In Küstrin-Kietz können derzeit nur kleinere Warenlieferungen zeitweise den Übergang passieren.An den zweitägigen 1.Frankfurter Verkehrstage nehmen rund einhundert Fachleute beider Ländern teil.Die Veranstaltung knüpft an die erste Verkehrs- und Logistikmesse "Logtrans" im vergangenen Jahr in Frankfurt an.An die Verkehrstage schließt sich an diesem Wochenende auf dem Messegelände ein Truckertreffen an.

Boßan sagte, man habe sich auf sieben Projekte verständigt, die bis zum Jahr 2005 umgesetzt werden sollten.So solle ein neuer Grenzübergang nördlich von Eisenhüttenstadt geschaffen werden.Außerdem müßten Gebühren und Steuern zwischen Deutschland und Polen harmonisiert werden.Ferner wurde angeregt, polnische Mitarbeiter bei deutschen Speditionen einzustellen.

Die Deutsche Bahn AG sieht für sich Wachstumschancen im grenzüberschreitenden Verkehr.Der für das Land Brandenburg zuständige Konzernbeauftragte Hans Leister sagte, man wolle den Marktanteil von vierzig Prozent im grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr ausweiten.Bis 2002 solle die Strecke Berlin-Frankfurt (Oder) ausgebaut werden.Sie sei Teil eines intereuropäischen Streckennetzes.

Von diesem Sonntag an gebe es Züge im Zwei-Stunden-Takt von Berlin nach Stettin.Die Abfertigung der Reisenden solle künftig im Zug erfolgen, so Leister.Für den 415 Mill.DM teuren Abschnitt von Erkner im Süden Berlins bis zur Grenze habe man jetzt 110 Mill.DM von der Europäischen Union (EU) erhalten.

Horst Eisel vom Bundesinnenministerium sicherte vor den rund 100 Teilnehmern von Verkehrsgewerbe, Politik und Grenzbehörden zu, daß die Stauprobleme an der polnischen Grenze "in Bonn nicht vergessen sind".Angesichts des herannahenden EU-Beitritts Polens gebe es Stimmen, der Bau neuer Abfertigungsanlagen lohne nicht mehr.Er sei aber der Meinung, die internationalen Verkehrsadern auszubauen, um den Handel schon vor dem Beitritt zu intensivieren.

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