Wirtschaft : Deutsche Aktien bleiben attraktiv

Commerzbank-Experten sehen den Dax 1998 bis auf 4750 Punkte klettern (HB).Nach den jüngsten kräftigen Kurskorrekturen hat sich für deutsche Aktien ein attraktives Kurspotential aufgebaut, meint die Commerzbank in ihrer traditionell zur Jahreswende vorgelegten Broschüre "Rund um die Börse".Die für 1998 als vielversprechend bezeichneten Perspektiven begründet die Bank mit dem sich im wesentlichen unverändert präsentierenden fundamentalen monetären und konjunkturellen Umfeld. Das Zinsklima dürfte voraussichtlich stabil bleiben.Denn die zu erwartenden weiteren Anhebungen der kurzfristigen Geldmarktzinsen durch die Bundesbank dürften sich kaum auf den hiesigen Rentenmarkt auswirken, sondern in erster Linie zu einer Abflachung der Zinsstrukturkurve führen, prognostizieren die Analysten.Zudem wird damit gerechnet, daß sich der Dollarkurs oberhalb der Marke von 1,70 DM stabilisieren kann und bis zur Festlegung der Teilnehmerstaaten an der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) im kommenden Jahr eher nach oben tendieren wird.In der Spitze sagen die Experten für 1998 einen Dollarkurs von 1,85 DM voraus. Die Unternehmensgewinne werden den Schätzungen der Bank zufolge im Jahr 1998 eine weiterhin steigende Tendenz (im Durchschnitt Zuwächse um 11 Prozent) aufweisen.Dabei dürften die Sektoren Stahl (plus 47 Prozent), Telekommunikation (plus 35 Prozent), Autozulieferer (plus 30 Prozent) und Elektro/Technologie (plus 28 Prozent) die größten Steigerungen verzeichnen.Mutig prognostizieren die Experten der Commerzbank auch für 1999 weiter steigende Unternehmensgewinne.Für die im Dax vertretenen 30 Unternehmen sei dann ein weiterer Anstieg der Erträge um rund 10 Prozent zu erwarten. Positive Effekte seien für die Aktienbörse auch von gesetzgeberischer Seite mit dem Inkrafttreten des dritten Finanzmarktförderungsgesetzes und des novellierten Aktienrechts zu erwarten.Unter diesen Prämissen werde sich die Bewertung deutscher Aktien während der kommenden zwölf Monate im Bereich von 17 bis 21 KGV-Punkten einstellen.Eine faire Bewertung für den Deutschen Aktienindex sieht die Commerzbank bei rund 4400 Punkten. Allerdings erwarten die Analysten der Bank für die bekannteste deutsche Börsen-Meßlatte im Jahr 1998 aufgrund der absehbaren Übertreibungen nach der einen und anderen Seite eine Schwankungsbreite zwischen 3550 und 4 750 Punkten."Auswirkungen von den Bundestagswahlen sind aus heutiger Sicht schwer abzuschätzen", heißt es in der Studie.Die diesbezügliche Diskussion werde ab März/April in den Kursen Berücksichtigung finden.Seit 1969 seien in Deutschland keine politischen Börsenzyklen beobachtet worden. Darüber hinaus wird festgestellt, daß sich im Zuge der jüngsten Konsolidierung des Kursniveaus die Struktur des Aktienerwerbs deutlich verändert das heißt aus analytischer Sicht eher verschlechtert habe.Bis zum frühen Sommer hätten Inländer das Geschehen am DM-Aktienmarkt dominiert.Wertpapier-Investmentfonds hatten ihre Aktienquoten auf fast 40 Prozent hoch- und ihre Liquiditätsquoten auf das historische Tief von weniger als 5 Prozent heruntergefahren.Seither lebe die Börse in erster Linie von ausländischen Mittelzuflüssen.Sie sei damit von internationalen Vorgaben abhängiger und damit insgesamt volatiler geworden.Für den deutschen Rentenmarkt sieht die Bank derzeit kaum Gefahren.Die Renditen dürften von ihrem tiefen Stand aus voraussichtlich nur leicht anziehen und im Jahresdurchschnitt bei zehnjährigen Laufzeiten marginal von 5,6 Prozent auf 5,7 Prozent klettern."Die Anhebung der Geldmarktzinsen auf 4,25 Prozent bis zum Jahresende 1998 wird das lange Ende des Rentenmarktes allenfalls schwach berühren", so die Bank, die allerdings davon ausgeht, daß die US-Notenbank spätestens im Frühjahr ihre Geldmarktsätze anheben wird.ret

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben