Wirtschaft : Deutsche Aktien sind mehr wert

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Von Henrik Mortsiefer

Es sieht nicht gut aus an der Börse. Betrachtet man den DaxVerlauf der vergangenen zwölf Monate, fällt ein hässlicher Knick am Ende einer bis dahin steil steigenden Kurve auf. Seit Anfang März geht es mit den Aktienkursen bergab. Die Angst vor dem Terror, die langsame Genesung der Konjunktur und aktuell die Eskalation im Nahen Osten haben den Anlegern die Lust am Aktienkauf genommen. Vorerst jedenfalls. Denn das Kurs-Bild ist alarmierender als die Lage. Der Pessimismus ist so übertrieben wie der Optimismus vorher. Mehr als 80 Prozent hatte der Dax von März 2003 bis Anfang März dieses Jahres zugelegt. Gerade mal neun Prozent hat er in drei Wochen wieder verloren. Getrieben wurde er von allzu großen Hoffnungen auf einen schnellen Aufschwung. Nun fällt er, weil sich die Hoffnungen an die Realität anpassen. Neun Prozent sind verkraftbar. Auch, wenn die Börsentechniker glauben, dass es weiter bergab geht. Ihre Analyse speist sich vor allem aus Daten der Vergangenheit. Aber es gibt bessere Gründe zur Zuversicht, dass der Dax bis Jahresende steigen wird.

Erstens: Die lebhafte Nachfrage nach den Aktien des belgischen Börsenneulings Belgakom zeigt, dass Aktien nicht aus der Mode gekommen sind; ein gutes Zeichen für kommende Börsengänge. Zweitens: Das Verhältnis von Aktienkursen und Gewinnen der jeweiligen Dax-Unternehmen ist im internationalen Vergleich immer noch niedrig; die Dax-Aktien sind also relativ preiswert. Und drittens: Immer mehr Anleger verstehen, dass der Herdentrieb an der Börse Chancen bietet – wenn man ihm widersteht. Wer es sich leisten kann und Aktien kauft, wenn keiner sie haben will, kann möglicherweise jetzt ein schönes Schnäppchen machen.

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