Wirtschaft : Deutsche Ausgleichsbank spürt Krise der New Economy

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Berlin (dr). Die Deutsche Ausgleichsbank, (DtA) hat die Krise der New Economy deutlich zu spüren bekommen. Das Förderinstitut des Bundes für Existenzgründer und kleine mittelständische Unternehmen kann nur durch die Auflösung von Reserven für das Geschäftsjahr 2000 ein ausgeglichenes Ergebnis ausweisen. Doch nicht nur ihre Beteiligungen an Unternehmen aus der New Economy sondern auch ihre Vermögensanlagen hin Aktien haben deutlich verloren. Allein bei den Aktien summierten sich die Verluste – vor allem in den ersten Monaten des vergangenen Jahres – auf 80 bis 90 Millionen Euro. „Wir haben Substanz verzehrt“, gestand der Vorstandssprecher der DtA, Peter Fleischer, auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Berlin ein. Im laufenden Jahr will die DtA jedoch wieder ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen. „Wir liegen bis einschließlich Mai über Plan“, so Fleischer.

Das Betriebsergebnis im Konzern bezifferte Fleischer für das vergangenen Jahr mit minus 200 Millionen Euro. Im Vorjahr war noch ein Plus von 52 Millionen Euro erreicht worden. Die deutlichsten Einbußen musste die Tochter Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft (Tbg) hinnehmen. Sie verbuchte einen Verlust von 149 Millionen Euro. Die tbg habe sich bei rund 1000 Firmen mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro engagiert. Die Zahl der Beteiligungen an Firmen des Neuen Marktes sei inzwischen von 32 auf 14 gesunken.

Neben der Auflösung von Reserven in Höhe von 117 Millionen Euro wurde auch die Risikovorsorge von 225 Millionen Euro auf 103 Millionen Euro zurückgefahren. Allerdings enthält diese Position bei der DtA auch Rückstellungen für Zinsrisiken, die vermindert werden konnten, weil weniger zinssubventionierte Produkte „verkauft“ wurden. „Das Problem der kleinen Mittelständler und Existenzgründer ist nicht die Höhe der Zinsen, sondern ob sie überhaupt Kredite bekommen“, sagte Fleischer.

Die Zahl ihrer Kreditzusagen hat die Bank im vergangenen Jahr von rund 78000 auf etwa 80000 erhöht, gleichzeitig sank das Zusagevolumen jedoch auf 7,9 (Vorjahr 8,3) Milliarden Euro. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 43000 Darlehen im Gesamtwert von 3,8 Milliarden Euro an 23000 Gründer und 13000 junge Unternehmen. Drei Viertel aller Existenzgründungen entfielen auf die Bereiche Handel und Dienstleistungen. Jeder dritte Gründer übernahm ein bestehendes Unternehmern. Jeder zweite Förderkredit wurde über Sparkassen, jeder dritte über die Genossenschaftsbanken und jeder zehnte über private Geschäftsbanken vergeben.

Um mit ihren Programmen attraktiv zu bleiben, denkt die DtA auch über eine Erhöhung der Margen für Geschäftsbanken für die Durchleitung von Förderkrediten nach. Derzeit erhalten die Institute ein Prozent der Darlehenssumme. Er könne sich 1,5 Prozent vorstellen, sagte Fleischer. „Dies können wir allerdings nicht bezahlen“, schränkte er ein. Gefragt ist der Bund, den die DtA auch stärker an den Risiken beteiligen will.

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