Wirtschaft : Deutsche Autobauer wollen noch einen Gang zulegen

GENF (jdh).Deutschlands Autobauer wollen weiter Spitze bleiben.So jedenfalls lautet demonstrativ der Tenor bei den Vertretern der großen PKW-Schmieden zum Auftakt des Genfer Automobilsalons.Drohenden Absatzeinbußen wollen sie durch eine Offensive mit neuen Modellen begegnen.

Besonderes Interesse erregten in Genf die Chefs der Münchener BMW AG.Sie lassen sich in ihren Expansionsbestrebungen auch von der kränkelnden britischen Tochter Rover nicht beirren.Vorstandsmitglied Helmut Panke rechnet fest mit einem höherem Umsatz, einem steigenden Gewinn und mehr verkauften BMW-Autos.Im vergangenen Jahr erzielten die Bayern einen Konzernumsatz von 63,13 Mrd.DM.In den USA hätte das Unternehmen in den ersten beiden Monaten des Jahres einen glänzenden Start hingelegt.Allen Spekulationen zu einer Übernahme durch die Konkurrenz erteilte Panke eine klare Absage: "Ich sehe für BMW die Größe, die wir erreicht haben, als eine Größe an, um unabhängig im Marktgeschehen zu sein."

Franz-Josef Paefgen, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, gab sich ebenfalls betont optimistisch.Er will seine Marke durch eine Modelloffensive nach vorne bringen: "Mit dem weiteren Ausbau des Produktangebots und mit konsequenter Aktualisierung der vorhandenen Produktreihen wollen wir auch in Zeiten nachlassender Nachfrage unsere hinzugewonnenen Marktanteile zumindest halten." Vor allem in Asien und Osteuropa erwartet der Audi-Boß Einbrüche in der Kauflust.Aber auch Westeuropa bleibe von Rückgängen in der Nachfrage nicht verschont.In Deutschland habe Audi einen Gang zugelegt.Laut Paefgen steigerten die Ingolstädter ihren Marktanteil in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um 0,6 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent.

VW plant, das in den ersten beiden Monaten erzielte Absatzplus von fünf Prozent zu halten.Die Wolfsburger vertrauen dabei auf eine anhaltend hohe Nachfrage der Autokunden in Westeuropa.Die Rüsselsheimer Adam Opel AG kann sich weiterhin auf die Rückendeckung des weltgrößten Automobilproduzenten und Konzernmutter, General Motors (GM), verlassen.Der Chef von GM Europe, Michael J.Burns, legte ein klares Bekenntnis für die deutsche Tochter ab.Burns ließ wissen, daß GM über einen Zeitraum von fünf Jahren rund neun Mrd.Dollar in Europa investiere.Die Kapitalzuflüsse kommen neben Opel auch der britischen Marke Vauxhall und Saab aus Schweden zugute.Opel und Vauxhall, die praktisch identische Autos anbieten, erzielten im vergangenen Jahr einen Marktanteil von fast elf Prozent in Westeuropa.

Die DaimlerChrysler AG beabsichtigt derzeit den internen Verschmelzungsprozeß erfolgreich abzuschließen.Die Fusion habe Priorität.Damit reagierte Mercedes-PKW-Chef Jürgen Hubbert auf Berichte eines Übernahmekrieges zwischen dem deutsch-amerikanischen Konzern und dem französischen Konkurrenten Renault um das japanische Unternehmen Nissan.

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